Dienstag, 11. Dezember 2007

...12 horas de viaje...

en las sierras de cordoba

ich bin in salta, seit gestern abend. 12 stunden dauerte die busfahrt hierher, in den norden argentiniens, in diese stadt, die so anders ist als all die anderen staedte, die ich bisher gesehen habe. urspruenglicher. authentischer - ein wenig erinnert sie mich an guatemala. 12 stunden dauerte die fahrt von cordoba hierher, und weit mehr als 12 stunden waeren noetig gewesen, um die vergangenen tage verarbeiten zu koennen. angemessen verarbeiten. all das erlebte, all die eindruecke und all die wetvollen begegnungen setzen lassen zu koennen.

es geht mir sehr gut. ich sauge alles auf - das land, die leute - geniesse es mit allen mir zur verfuegung stehenden sinnen. an so manchen orten, bei so manchen menschen, lasse ich kleine stuecke meines herzens zurueck... meine erwartungen, meine vorstellungen und meine traeume - bisher wueden sie mehr als erfuellt! ich fuehle mich sehr wohl hier...


el viaje desde buenos aires hasta rosario

die landschaft argentiniens ist atemberaubend - nicht nur fuer die geographin in mir... und ich war noch nicht in patagonien! bisher habe ich all meine busreisen waehrend des tages unternommen und bin - mit der passenden musik im ohr und der nase am fenster klebend - staunend durch die weiten dieses landes gefahren. durch die pampa humeda, von buenos aires nach rosario und weiter in den norden, nach cordoba. unvorstellbar grosse flaechen an korn und mais. viehwiesen. viele pferde und noch mehr kuehe. ein unglaublicher reichtum an fruchtbaren boeden - argentinien haette das potential, viele, viele menschen zu ernaehren...


el viaje desde rosario hasta cordoba

die veraenderungen der vorueberziehenden landschaft, je weiter noerdlich ich gezogen bin, die felder, die nach cordoba in richtung salta gruener wurde, danach trockener, flach, salzig, um sich anschliessend in weichen huegeln erneut zu erheben, wieder gruener zu werden und sich mir hier in salta - einer stadt inmitten von bergen auf 1214m hoehe - wie in einer ganz anderen welt zu praesentieren - wie schoen!

von salta aus werde ich den naechsten tagen die umgebung erkunden. ausfluege machen. morgen mit einem bus voller chicas aus dem hostal der route des tren de los nubes folgen - der leider immer noch ausser betrieb ist - einen salar ueberqueren, um anschliessend vor der beeindruckenden kulisse der quebrada de humahuaca wieder zurueck nach salta zu reisen und im hostal einen asado zu geniessen:)) oder tagsdarauf, der ausflug in den sueden der provinz, wieder in eine ganz andere umgebung. wieder eine facette mehr... ich freue mich!



samichlaus en cordoba...

nach diesen tagen in salta steht mir eine weitere, lange busreise bevor. 18 stunden sinds diesmal, die mich nach mendoza - ins mekka der weinliebhaber/innen - bringen werden. 18 stunden werdens dann sein, die ich zum verarbeiten und durchschnaufen, zum setzen lassen haben werde, bevor es in mendoza weitergeht. mein reisegspaenli erwartet mich bereits - alleine fuehle ich mich nie, die ruhe fuer mich muss ich mir richtiggehend suchen...

die menschen hier beruehren mich. sehr. sie sind wunderbar. vieles wurde mir berichtet vor meiner abreise. vieles habe ich gehoert ueber die argentinier und argentinierinnen. gastfreundlich seien sie, hilfsbereit, offen und herzlich. was mich aber bisher erwartet hat, laesst sich nicht in worte fassen... sie beruehren mich. immer wieder und immer mehr.


el embolse - en las sierras de cordoba


die ganze letzte woche habe ich unter einheimischen verbracht. habe bei und mit ihnen gelebt - und ja, es gefaellt mir, das argentinische leben, es gefaellt mir sehr. bereits bin ich am ueberlegen, wie ich es einrichten kann, damit ich all die mir ans herz gewachsenen menschen vor april des naechsten jahres nochmals besuchen kann... einpacken wurde ich sie am liebsten. mitnehmen. oder - hierbleiben...:))



el embolse

in rosario, meiner ersten etappe nach buenos aires, hab ich bereits am ersten abend eine gruppe rosarinos kennengelernt. am openair-konzert einer blues-band aus buenos aires (el blues en castellano - que raro...) beim monumento nacional de la bandera (etwas wie dem ruetli argentiniens - hier hat manuel belgrano anno dazumal die argentinische flagge designt). spannende begegnungen, herzliche menschen - und einen privaten stadt-fuehrer habe ich also dort getroffen. tagsdrauf hat dieser mir bei 35 grad rosario gezeigt, die stadt aus den augen eines einheimischen - und am abend das beste fleisch, das ich in argentina bisher gegessen habe. mmmh! die portion haette uebrigens locker fuer eine ganze familie gereicht...



el monumento nacional de la bandera

rosario nach diesen tagen zu verlassen hinterliess zum ersten mal einen kleinen vorgeschmack auf das, was mich von nun an alle paar tage erwarten wird... abschied nehmen...



al campo, cordoba


auch in cordoba, meiner zweiten station, wurde ich herzlich empfangen. anita und javier, die im august eine nacht auf meiner couch in berna verbracht haben, holten mich am busbahnhof ab und chauffierten mich zu meiner unterkunft fuer die naechsten paar tage: ein zimmer im haus von javi's eltern, das sie fuer ihre beiden soehne gekauft haben. momentan steht es noch ziemlich leer - genuegend platz also fuer mich, meinen rucksack und marcos, den bruder von javier.


en las sierras de cordoba

tage, die ebenfalls unvergesslich bleiben sollten und tage, in denen keine minute verging, die ich nicht genossen habe. vom ersten moment an haben sich anita und javier mit ihren gesamten familien herzlich um mich gekuemmert. mich zum znacht eingeladen, mich saemtliche spezielitaeten kosten lassen (lomitos, milanesas, alfajores, pan criollo - und natuerlich mate. immer und ueberall...), mir die umgebung gezeigt, sich sehr und ehrlich fuer mich interessiert (beim mittagessen bei anitas familia mit 8 kindern, den eltern, der grossmutter und den beiden hunden bin ich vor lauter erzaehlen und fragen beantworten kaum zum essen gekommen...) und es mir so sehr leicht gemacht, sie alles ins herz zu schliessen. selten habe ich aufmerksamere, herzlichere menschen kennengelernt als in cordoba!

una noche argentina en cordoba

der hoehepunkt meiner tage in cordoba, der 2. groessten stadt des landes, war der sonntaegliche ausflug auf den campo von anitas familie. vor langer zeit, im jahre 1890, hat der ur-grossvater von anita ein stueck land von 8000 m2 gekauft. in den sommermonaten wurden jeweils die koffer gepackt und diese in der stadt unertraeglichen hitzetage dort verbracht, auf dem land am fluss, damals eine tagesreise ausserhalb der grossen stadt. mittlerweilen ist der campo auf ca. 1200 m2 "geschrumpft" und die reise von cordoba her in 1 stunde bequem zu meistern - und noch immer zieht die gesamte familie fuer die 3 heissen monate des sommers mit sack und pack aufs land.



mi caballo y yo - se llama "borracho" :))


waehrend des restlichen jahres trifft man sich an allen sonntagen mit der gesamten familie - bestehend aus rund 80 koepfen - zum traditionellen asado, zum baden, ausreiten, ausruhen, abstand kriegen von der hektik der stadt, zum singen, trinken - sein. ich fuehlte mich wie eine figur in isabel allendes "casa de los espiritus" und waere gerne geblieben. ganz lange. ein entspannender und entspannter letzter tag in cordoba, ein ruhiger tag, ein wunderbarer tag...


...la asadora...

... 12 stunden fahrt, nur, um das erlebte setzen zu lassen. 12 stunden. viel zu wenig, eigentlich...

...la tardecita en el campo...