Freitag, 15. Februar 2008

...andando...

ich bin wieder im norden, seit fast 3 wochen schon. bin zurueckgekehrt in den sommer, zurueck an orte, die ich ganz zu beginn meiner reise bereits einmal besucht habe.


península valdés


viele backpackers, die ich unterwegs kennengelernt hab, haben mich waehrend der letzten 3 monate erstaunt angeschaut, als ich ihnen erzaehlt hab, dass ich meine gesamte reisezeit in argentinien verbringen werde. erstaunt und stolz laechelnd die argentinier/innen, die sich ueber meine begeisterung fuer ihr land natuerlich sehr freuten. erstaunt und unglaeubig all die anderen reisenden, die in der selben zeit praktisch den gesamten kontinenten kennenlernen.


playa de puerto madryn


ich hab allen immer das selbe erzaehlt: dass ich fasziniert bin von diesem land. dass es mich gefesselt und verzaubert hat, schon lange bevor ich meinen fuss auf seinen boden gesetzt hab. dass ich es kennenlernen will, von norden bis sueden, von osten bis westen, all diese tausende von kilometer, diese vielfalt, die diversitaet, dieser reichtum an kultur und geschichte, natur und leben. dass ich menschen kennenlernen und mit ihnen zeit verbringen will, das argentinische leben mit seinen tagesablaeufen, den gewohnheiten und alltaeglichen normalitaeten spueren will. dass mir die idee gefaellt, die moeglichkeit und freiheit zu haben, an orte zurueckzukehren, wo es mir ganz besonders gefallen hat, wo es mich nochmals hinzieht.


córdoba


die meisten haben mich danach verstanden. haben verstanden, was mich treibt und zieht, was mich diese art des reisens hat waehlen lassen. sie haben verstanden, warum mich jetzt, hier keine anderen laender suedamerikas reizen. dass diese eine andere, eine naechste reise sein werden. dass es jetzt argentinien sein musste und ist.



puerto pirámides, península valdés, con sofi y javi


nach claudias abreise vor einem monat und einem weiteren tag am ende der welt - einem entspannten wellness-tag mit sauna und jacuzzy mit blick auf den beagle-kanal - nahm auch ich abschied von ushuaia und trat die grenzueberquerende busreise zurueck nach rio gallegos an. dort wartete bereits der naechste bus, weiter nordwaerts, nach puerto madryn, alles der ruta 3 entlang, der ostkueste argentiniens. und fuer einmal konnte ich im bus beruhigt schlafen, ohne angst, allzuviel von der landschaft zu verpassen - diese wuerde sich fuer die naechsten 20 stunden kaum aendern... wer den film "historias minimas" gesehen hat, kennt die landschaft - flach, braun, ab und zu ein paar buesche und vor einem kilometerlang die asphaltierte strasse, die einem langsam aber stetig nordwaerts bringt.


punta tombo

wieder war ich fast 30 stunden unterwegs, als ich schlussendlich in puerto madryn ankam. puerto madryn - einst ein kleines fischerdoerfchen, das durch den bau der groessten aluminiumfabrik argentiniens vor einigen jahren sprunghaft gewachsen ist - ist aus touristischer sicht vor allem aus 2 gruenden bekannt: wegen seiner naehe zur peninsula valdes und wegen den ballenas, den walen. diese riesigen meeresbewohner besuchen puerto madryn regelmaessig, um sich waehrend der 6 wintermonate dort aufzuhalten, bevor sie wieder richtung sueden, richtung antarktis ziehen. aber eben - knapp haben wir uns verpasst: mitte dezember verlassen sie ihre winterresidenz jeweils...



bei rawson - unterwegs zu den toninas
(...ja, zugegeben, ein klein bisschen mulmig wars mir schon,
als ich die grossen, grossen wellen gesehen hab...)

wale hab ich also keine gesehen. dafuer tausende pinguine - die stundenlange unterhaltung bieten - toninos - eine kleine art delphine, die freudig um unser boot herumgeschwommen und -gesprungen sind - see-elefanten und see-loewen - die nicht viel mehr gemacht haben als faul herumzuliegen und ab und zu ziemlich grusige geraeusche von sich zu geben... und dies alles in freiheit, ohne gitterzaun drum herum - und wenns eine abschrankung gehabt hat, dann galt diese den touristen und nicht etwa den tieren.


toninas in sicht...??

in puerto madryn herrschte ferienstimmung. zumal ich genau zur hochsaison dort war - die argentinier/innen waren ebenfalls unterwegs. und so waren dann der strand voll und die strassen bevoelkert, es war ueberall diese locker-entspannte ferienatmosphaere zu spueren und ich genoss die waerme nach dem kalten sueden. in puerto madryn hab ich auch javi und sofi wieder getroffen - javi haben claudia und ich damals in san martín de los andes kennengelernt. gemeinsam mit den beiden und zwei weiteren porteños haben wir eines tages ein auto gemietet und die insgesamt knapp 400km (wovon ca. 80% auf unbefestigter schotterpiste...) zur peninsula valdes unter die raeder genommen. bepackt mit mate, argentinischer musik im ohr und der argentinischen leichtigkeit, wenns um die zeit geht... - wie entspannend!!


península valdés

mein persoenliches highlight war und ist mein eintrittsticket in den park... "somos 5, de buenos aires", hat fede, am steuer, dem ticketverkaeufer gesagt. der hat uns kurz gemustert - und's ihm geglaubt:)) so bin ich als "nacional" in den park eingereist - abgesehen vom 4 mal guenstigeren eintrittspreis hat mich natuerlich gefreut, dass ich ohne zweifel als einheimische durchgegangen bin...!!


península valdés

nach dieser schoenen woche in puerto madryn zog ich weiter, mit dem versprechen, das naechste mal zur saison der wale zurueck zu kehren. die bevorstehenden 21 stunden busfahrt nahm ich locker auf mich - laengst hab ich mich an solch lange busreisen gewoehnt. mehr noch - es macht mir sogar spass! ich geniesse diese zeit unterwegs, mit musik im ohr durch argentinische weiten zu reisen... dazu kommt, dass die busse hier bequemer sind als die 1. klass-wagen der sbb, dass man, wie im flugzeug, mit essen und trinken versorgt wird, und man sich ab und zu an bushaltestellen die beine vertreten kann.


rio paraná, rosario

die reise von puerto madryn nach rosario verging somit schnell und ich freute mich auf das wiedersehen mit der stadt und den rosarinos, die mich erwarteten. die hitze und die hohe luftfeuchtigkeit machten mir bei diesem zweiten besuch nicht mal mehr halb so viel muehe wie damals anfangs dezember und ich ueberstand die woche in der drittgroessten stadt argentiniens in dieser hinsicht blendend. zurueck zu kommen an einen ort, wo man schon mal war und sich ein klein wenig zuhause fuehlt und das alles in einem fremden land - ein schoenes gefuehl. und trotzdem blieb ich nur eine woche in rosario und reiste danach weiter nach córdoba. um dort endlich die 2 glaeser ovomaltine-brotaufstrich und die tafeln schokolade abzuladen, die ich seit claudias ankunft an weihnachten mit mir herumgetragen hab...



vista del monumento de la bandera, rosario

hier, in córdoba, wurde ich mit offenen armen empfangen. ich wohne wieder in "meinem" zimmer bei den darsies, kann mich ausbreiten und entspannen. mich erholen, von den letzten 3 monaten unterwegs-sein, die mich ziemlich geschafft haben... gemerkt hab ich das erst hier, hier, wo ich die moeglichkeit habe, tagelang zu schlafen und mir und meinem koerper die benoetigte erholung zu goennen.


mi familia cordobesa

so sind die tage hier ruhig. ich lese viel, geniesse die stadt, koche ab und zu (aelplermakkaroni mit apfelschnitzli und zum dessert - claro - magenbrot:))), nutze die pileta im garten aus, esse fleisch und trinke wein und mach ab und zu einen ausflug - nach alta gracia z.b., ins museo del che, oder nach la falda, einem kleinen staedtlein in den sierras chiquitas. den argentinischen tagesablauf hab ich adaptiert - znacht gibts kaum je vor 23 uhr und schlafen vor 2 uhr morgens erscheint mir als ziemlich ungewohnt. dafuer bin ich fan von der siesta am spaeteren nami...


che

zwei wochen bin ich nun schon hier und bleibe noch ein paar tage. danach gehts weiter, nordostwaerts, dem letzten grossen ziel meiner reise entgegen: via posadas zu den cataratas del iguazú, den wasserfaellen an der grenze zu brasilien. und danach wieder zurueck, nach buenos aires. dorthin, wo vor ueber 3 monaten alles begonnen hat... es erwarten mich all die porteños und porteñas, die ich waehrend dieser zeit unterwegs kennengelernt hab und ich freu mich riesig, sie alle nochmals zu sehen und mit ihnen winkel und ecken dieser riesigen stadt zu entdecken, die ich alleine nicht kennenlernen wuerde. auch der letzte teil meiner reise haelt somit highlights parat - und ich freue mich auf jeden weiteren tag in argentina!


la motocicleta del che

3 Kommentare:

Work Study Program hat gesagt…

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Maybe you or some friends would like to join our program!
Thanks, take care!

Anonym hat gesagt…

grandios... traumhaft :-). geniess es!

kristina hat gesagt…

mein selinchen

mit spannung lese ich fleissig deine Berichte, herrliche Fotos, spannende Erläuterungen, und man fühlt richtig mit. ich meine, ich bin ein reisetier, eine woche da, nächste dort, aber das was du gerade erlebst muss der Gipfel der Gefühle sein! Miss you, wünsch dir auch weiterhin so viel Freude und Spass und auf ein baldiges Wiedersehen. Bin übrigens in bald in deiner Nähe (Mexico); werde über Ostern 2 wochen Ferien in der Gegend machen...

und ein geheimtipp: die seite von Brazil (Foz do Iguaçu) ist noch geiler, sind zwar 2km zu laufen und ca 500 treppen zu steigen, aber wenn ich sie mit gipsfuss und krücken überbrücken konnte, wird das für dich peanuts sein ;-) take care und hasta pronoto
besos
Kristina