Freitag, 4. April 2008

...regresar...


dejamos atrás algo de nosotros cuando nos marchamos de un lugar; nos quedamos allí, aunque nos vayamos. y hay cosas de nosotros que sólo podemos volver a encontrar si regresamos allí.
(p. mercier, tren nocturno a lisboa)


wir lassen etwas von uns zurueck, wenn wir einen ort verlassen, wir bleiben dort, obgleich wir wegfahren. und es gibt dinge an uns, die wir nur dadurch wiederfinden koennen, dass wir dorthin zurueckkehren.
(p. mercier, nachtzug nach lissabon)


ich bin wieder zurueck. zurueck in der schweiz, zurueck in meinem anderen leben. heimgekehrt nach 5 monaten rucksackleben. argentinien hab ich verlassen, vorerst. ungern zwar, aber trotzdem mit vorfreude auf all die wiedersehen, die mich hier in der schweiz erwarten. und auf die ich mich freue. ein bisschen argentinidad hab ich mitgenommen hierher - und hoffe, dass sie mich lange begleiten wird... so lange, bis ich zurueckkehren werde, in dieses ferne land, das mir so nah geworden ist. denn - soviel ist klar - algun' dia, regresaré!


Dienstag, 1. April 2008

...llegó el otoño...


es wird herbst in argentinien. der lange und heisse sommer neigt sich langsam aber sicher seinem ende zu - und mit ihm meine reise, meine zeit hier in diesem land. ein letztes mal sitze ich auf der terrasse von buenos aires design, geniesse die waermenden sonnenstrahlen und den angenehmen herbstwind, der die farbigwerdenden blaetter der baeume zum tanzen und rascheln bringt. geniesse diesen letzten tag hier in argentinien, diesen letzten tag meiner 5 monate hier. eine zeit, die nur so an mir vorbeigerauscht ist - reich an erlebnissen, eindruecken und begegnungen, erfahrungen und momenten, die ich fuer immer in meinem herzen mitnehmen werde.
la finca del campo

ein taxifahrer hat mich einmal gefragt, ob man einen kurs machen muesse, um als "mochilero" unterwegs zu sein. nein, einen kurs braucht es nicht. den rucksack packen und losziehen - das koennen alle. was es braucht ist eine portion interesse, abenteuerlust und mut. flexibilitaet, offenheit, toleranz und neugierde - dann wird die zeit unterwegs zur besten des lebens. haelt ueberraschungen parat. unerwartetes und erhofftes, alltaegliches und fremdes. konfrontiert einen mit sich selbst, mit all seinen guten und schlechten seiten. laesst einen staunen und ob sich selbst ueberraschen. bestaetigt laengst gewusstes, laesst einen reifen und einen schritt weitergehen - in vielen bereichen.
al campo cerca de córdoba

es wird herbst in argentinien. buenos aires zeigt sich nochmals von seiner schoensten seite und macht das abschiednehmen dadurch nicht einfacher... in den letzten zwei wochen hab ich das argentinische leben nochmals so richtig genossen - und dabei erneut seiten des landes kennengelernt, die mir bisher verborgen geblieben sind und die so nicht in den touristenfuehrern zu finden sind...
die ostertage verbrachte ich auf dem campo nahe córdoba. vier tage fernab von stadt und verkehr, hektik und stress - in der ruhe der natur. das wetter spielte mit und so genossen wir wunderschoene spaetsommertage am fluss, sonnten uns an der pileta, spielten, assen asado, ritten aus und erholten uns. es war schoen, nochmals einzutauchen in das leben in córdoba, meine leute dort nochmals zu treffen - und mich schliesslich erneut zu verabschieden.

gut erholt machte ich mich vor einer woche auf den heimweg. ein heimweg, der nervenaufreibend werden sollte...
el campo de la familia de anita

seit nunmehr 19 tagen streiken die bauern argentiniens. die erhoehung der exportzoelle auf agrarprodukten mitte maerz liess die campesinos scharenweise auf die strasse gehen - proteste gegen die regierung gehoeren seither zum taeglichen leben. die hauptverbindungsachsen des landes werden seither - anfangs vereinzelt und nur zu gewissen zeiten, mittlerweilen grossflaechig und zwischenzeitlich total - gesperrt, verbarrikadiert mit traktoren und lastwagen.
ruta desde córdoba hasta buenos aires

an jenem dienstag meiner rueckkehr kam es zur totalsperre aller strassen - weder fuer autos noch fuer reisebusse gab es ein durchkommen - das land stand still und wir mit ihm. gespannt wurde die rede der praesidentin erwartet - eine rede, die entscheidend sein sollte fuer das weiterfuehren oder aufheben des streiks.
corte de la ruta

waehrend wir uns das warten mit plaudern und lesen zu verkuerzen versuchten, begannen in buenos aires die caserolazos. seit 2001 kam es nicht mehr vor, dass die leute mit kochtoepfen und kochloeffeln auf die strasse gehen und mit dem laerm ihren unmut mit der regierung und, dieses mal, die solidaritaet mit dem campo kundtaten. die rede der praesidentin erhitzte die gemueter nur noch mehr - die strassensperren blieben bestehen. auf unbestimmte zeit. ich fuerchtete schon, meine letzten tage in argentinien im bus verbringen zu muessen - doch dann, nach 6.5 stunden, wurden zumindest busse und privatautos durchgelassen.
habla la presidenta


lastwagen sitzen noch immer fest - millionen von pesos gingen zwischenzeitlich verloren, lebensmittel verdarben auf der strasse waehrend die regale in den supermaerkten hier in der stadt leer bleiben. erstmals seit langem muessen die argentinier und argentinierinnen auf ihr taegliches fleisch verzichten - es gibt schlichteweg keines mehr. und auch mein abschiedsessen bestand schlussendlich nicht aus dem erhofften bife de lomo...

die situation ist kompliziert und verfahren - seit gestern jedoch zeichnet sich eine entspannung ab. die regierung zeigt sich milder als vor einer woche, die hoffnung auf eine baldige loesung zeichnet sich wieder ab.
no hay carne...

mit einer verspaetung von 8 stunden kam ich dann schlussendlich letzten mittwoch doch noch in buenos aires an. und hier hab ich die letzte woche verbracht - das leben hier nochmals so richtig aufgesaugt und genossen. mich treiben lassen, leute getroffen, ausfluege gemacht, museen besucht, fuer river plate gefaent und einen tag lang eine seite der stadt kennengelernt, die auch dazu gehoert. die man hier, so europaeisch wie sich buenos aires praesentiert, nicht erwartet, die einem aber vor augen fuehrt, dass argentinien halt doch suedamerika ist...


arenales y ecuador - mi esquina en buenos aires

torkel, der norweger, der am selben ort wohnt wie ich, arbeitet fuer mediapila, eine fundación, die mit muettern in armenvierteln buenos aires' arbeitet (www.mediapilapais.com). sie stellt den familien naehmaschinen zur verfuegung und lernt ihnen, t-shirt zu produzieren, die anschliessend verkauft werden. die muetter haben somit die moeglichkeit, zu arbeiten, ohne ihre kinder alleine lassen zu muessen. durch das feste einkommen mit der produktion der t-shirts koennen die grundbeduerfnisse der familien gedeckt und den kindern der schulbesuch ermoeglicht werden.

am letzten samstag machten wir uns mit einer gruppe freiwilligen auf in ein solches viertel, um neue muetter zu finden, die an der arbeit interessiert sind. wir befragten familien in aermsten verhaeltnissen, damit in einem zweiten schritt eine selektion der neuen arbeitskraefte gemacht werden kann. mediapila will wachsen, will mehr muetter einbeziehen und dadurch mehr familien ein besseres leben ermoeglichen.
die armut in diesen vierteln - ein krasser gegensatz zu den gepflegten strassen in recoleta. dieser gegensatz stellt eine weitere realitaet argentiniens dar - eine traurige realitaet - und hat mich beruehrt. eine seite, die auch zu argentinien gehoert. eine seite, die man angesichts des lebens hier leicht vergessen koennte...


zoologico, escobar
es wird herbst in argentinien. gestern abend hab ich mich bei einem znacht von einigen freunden hier verabschiedet. und morgen, morgen trete ich meine heimreise an. mi amigo javi faehrt mich zum flughafen - noch realisiere ich nicht, dass ich bald schon wieder zuhause sein werde... das traenende und das lachende auge halten sich die waage...


cena de despedida


es wird herbst - zeit, heimzukehren. nein, es braucht keinen kurs, um als mochilera unterwegs zu sein. vielleicht aber einen, um wieder anzukommen, zuhause...

Mittwoch, 12. März 2008

...buena onda...

mehr als einmal haben mich in den vergangenen 4 monaten natur und menschen in argentinien sprachlos gemacht und in staunen versetzt. mehr als einmal hat mich die unglaubliche vielfalt dieses landes verzaubert und fasziniert. und auch nach 4 monaten schafft es argentina noch, mich von neuem zu ueberraschen...


...ein schild bei den cataratas...



ich hab mir die cataratas del iguazú zum abschluss meiner reise aufgehoben. als einer der hoehepunkte am schluss, sozusagen. neben dem glaciar perito moreno in patagonien, den salinas grandes in salta und dem aconcagua in mendoza sollten die wasserfaelle im nordosten argentiniens zu einem der naturspektakel werden, das mir vor augen gefuehrt hat, wie klein doch wir menschen daneben sind... und wie gross, einmalig und wunderschoen das, was die natur hier in argentinien unter anderem zu bieten hat!




la vista panoramica del lado brasileño


meine erwartungen an die cataratas waren gross. schliesslich wurde ich praktisch von allen einheimischen beim kennenlernen gefragt, ob ich denn schon in iguazú gewesen sei. eine reise in argentinien ohne den besuch der cataratas ist beinahe undenkbar. die cataratas del iguazù, die seit den 80er jahren zum UNESCO-welterbe gehoeren, bestehen aus 270 einzelnen faellen ueber einer ausdehnung von 2.7 kilometern. einige der wasserfaelle sind bis zu 82 meter hoch. der bekannteste dieser wasserfaelle ist die garganta del diablo, der teufelsrachen: 150 meter breit und 700 meter tief ist die schlucht, in welche die wassermassen hinunterstuerzen.

doch - sie wollten verdient sein, die tosenden wasser im nordosten argentiniens... und so brauchte ich ganze 2 anlaeufe, bis ich mich schlussendlich staunend und pflotschnass vor, neben und in den wasserfaellen wiederfand...



lado brasileño

nach meinen 3 wochen in córdoba nahm ich schweren herzens abschied von dieser mir lieb gewordenen stadt und all den menschen, die mir das leben im zentrum argentiniens versuesst haben. dass auch dieser zweite abschied nicht der letzte meiner reise gewesen war, ahnte ich damals noch nicht... ich nahm also abschied und fuhr nach posadas, der hauptstadt der provinz misiones im nordosten des landes. die provinz misiones wurde nach den missionen der jesuiten benannt, die sich im 17. jahrhundert in dieser region niedergelassen haben. mittlerweilen gehoeren diese sogenannten jesuitenreduktionen ebenfalls zum UNESCO-welterbe und lassen sich an diversen orten bestaunen. zumindest eine solche mission wollte ich mir vor der weiterreise nach puerto iguazú anschauen. doch - meine plaene sollten sich aendern...




san ignacio mini, misiones


seit ein paar wochen sind in paraguay zum ersten mal seit ueber 40 jahren faelle des gefaehrlichen gelbfiebers aufgetaucht. mittlerweilen hat sich die muecke, die diese krankheit uebertraegt, in richtung argentinien vorgewagt - in paraguay sind in der zwischenzeit 8 menschen gestorben und hunderte unter beobachtung. argentinien hat bisher noch keine todesopfer zu beklagen, verdachtsfaelle jedoch ebenfalls knapp 10.

die impfseren in paraguay wurden schon vor wochen knapp - die paraguayanos reisen scharenweise nach argentinien, um die fuer sie wichtige impfung doch noch zu erhalten. in den grenzregionen der beiden laender, in der ganzen provinz misiones und in vielen anderen staedten argentiniens wird die bevoelkerung breitflaechig geimpft, eine reise zu den cataratas wird nur mit entsprechender impfung empfohlen - ich hatte sie nicht... noch nicht!



las cataratas del lago argentino


anstelle der ruinen der jesuitenmissionen wohnte ich einem anderen fuer mich einmaligen erlebnis bei... einem erlebnis, das ich so schnell nicht mehr vergessen werde: ich stellte mich am busbahnhof von posadas in die lange schlange der wartenden, um mir ebenfalls die impfung verpassen zu lassen... schlange stehen fuer eine impfung musste ich bisher noch nie - und die atmosphaere war auch etwas anders als in den sterilen arztpraxen zuhause...:))





anstehen fuer die impfung am busbahnhof in posadas


frisch geimpft packte ich daraufhin meine sieben sachen und reiste zurueck nach buenos aires, um dem impfstoff die 10 tage zu geben, die er benoetigt, um zu wirken.

die woche in buenos aires verging wie im flug. ich lief zwar etwas auf sparflamme - die nebenwirkungen des lebendimpfstoffs machten mir ein bisschen zu schaffen... - aber ich genoss das wiedersehen mit der stadt und meinen leuten hier sehr. ich liess mich treiben von den tagen hier, genoss cafés in den strassen des barrios, besuchte museen, ging shoppen, johlte mit an einem fussballmatch (ja, ja, tatsaechlich... - aguante ferro!!!), ging mit meinen leuten essen - und eh ich michs versah, sass ich abermals im bus in richtung posadas.



lado argentino


und dieses mal sollte es klappen. die misiones jesuiticas de san ignacio mini besuchte ich unter der drueckenden hitze der region, bestaunte die gut erhaltenen mauern und das feuerrot der erde - einmal mehr ein voellig anderes bild argentiniens. die beruehmte rote erde der provinz neben dem dichten gruen des urwaldes - ein bild, das ich nicht so schnell vergessen werde. die vielfalt dieses landes ist einmalig...



cerca de wanda, misiones


noch am selben tag reiste ich weiter, die 6 stunden richtung puerto iguazú am nordoestlichsten zipfel argentiniens. wiedermal wollte es der zufall, dass ich ganz vorne im bus sass und somit von den beiden chauffeuren mit mate und chipà - einem gebaeck aus maniok-mehl, typisch fuer die region - versorgt wurde:)) 6 stunden busfahrt ist in meinen dimensionen hier ein katzensprung - und so fuehlte es sich auch an. spaetabends kam ich in puerto iguazú an, suchte mir ein hostel und nahm das erstbeste - ein bett war noch frei...

fuer einmal sollte sich das erstbeste als gluecksgriff herausstellen...




lado argentino

die folgenden tage in puerto iguazú waren paradiesisch - da hat es jemand wirklich gut mit mir gemeint... das wetter - perfekt! kein tag ohne sonne, der himmel strahlend blau, die temperatur um 40 grad. das hostel - traumhaft! klein aber fein, mit schwimmbad im garten, gesaeumt von palmen. limetten direkt ab baum. mit einer bar, ebenfalls im patio - ein kleines holzhuettchen mit haengematte und sicht auf den pool. die anderen mochileros im hostel - muy buena onda! die abende verbrachten wir meist alle zusammen, kochend und mit einem dieser unglaublich guten rotweine argentiniens und mit spannenden gespraechen. es waren alle mehr oder weniger im selben alter, viele allein unterwegs - ein bisschen kam es mir vor wie in einem pano, hihi...

ein gluecksgriff, damals spaet abends, beim erstbesten hostel...:))


la garganta del diablo


und dann - endlich. die cataratas del iguazú. ESPECTACULAR!!! staunend verbrachte ich stunden und tage im nationalpark. erst auf der brasilianischen seite - die panoramasicht auf die argentinische seite des parks ist phantastisch! tagsdarauf sah ich mir die cataratas von naeher an - dies ist auf der argentinischen seite moeglich. oftmals konnte man so nahe ans wasser ran, dass man sein eigenes wort nicht mehr verstanden hat... und natuerlich liess ich mir auch die bootsfahrt unter (ja, unter...) die wasserfaelle nicht nehmen... es war absolut gigantisch!!!

nur einmal wars mir etwas mulmig zumute... wiederum in einem gummiboot, diesmal auf einem ruhigen nebenarm des flusses. da haben wir doch erst vor ca. 50m einen aligatoren gesehen, doesend am ufer liegen - und dann fragt uns der guía, ob wir schwimmen wollen...:)) nun gut - der guía war so schoen, ich musste ihm einfach vertrauen, hehe...:)) und so bin ich reingesprungen, ins angenehm kuehle wasser... und dem aligator wars wohl schlicht zu heiss zum baden...


mein freund, der aligator...

meine erwartungen waren gross, an die cataratas del iguazú. und - sie wurden uebertroffen. so gigantisch und beeindruckend, so wunderschoen und faszinierend hab ichs mir nicht vorgestellt. ja, es ist ein must einer argentinienreise. tatsaechlich.



willkommene abkuehlung - mit abenteuerfaktor...



seit letztem sonntag bin ich nun wieder in buenos aires. puerto iguazú und das hostel hab ich ungern verlassen - aber auch all die anderen sind weitergezogen und die leute machen ja bekanntlich oftmals den ort aus, an dem man ist... wiederum bin ich zurueck gekehrt, nach buenos aires.

und - ich wohne wieder bei silvia und belén, in meinem zimmer, wo ich den november verbracht hab. es war schoen, heimzukommen. und es ist schoen, ein zuhause zu haben. der kreis hat sich somit geschlossen. ich bin wieder in buenos aires.


habt ihr das gewusst???

bloss - eine kleine schlaufe mach ich noch: meine cordobeser haben mich eingeladen, die ostertage bei und mit ihnen auf dem campo zu verbringen... mit asado und vielen verwandten, borracho ("meinem" pferd) und viel ruhe, dem kleinen fluesslein in der naehe und dieser wunderschoenen alten finca... claro que me voy:))

Freitag, 15. Februar 2008

...andando...

ich bin wieder im norden, seit fast 3 wochen schon. bin zurueckgekehrt in den sommer, zurueck an orte, die ich ganz zu beginn meiner reise bereits einmal besucht habe.


península valdés


viele backpackers, die ich unterwegs kennengelernt hab, haben mich waehrend der letzten 3 monate erstaunt angeschaut, als ich ihnen erzaehlt hab, dass ich meine gesamte reisezeit in argentinien verbringen werde. erstaunt und stolz laechelnd die argentinier/innen, die sich ueber meine begeisterung fuer ihr land natuerlich sehr freuten. erstaunt und unglaeubig all die anderen reisenden, die in der selben zeit praktisch den gesamten kontinenten kennenlernen.


playa de puerto madryn


ich hab allen immer das selbe erzaehlt: dass ich fasziniert bin von diesem land. dass es mich gefesselt und verzaubert hat, schon lange bevor ich meinen fuss auf seinen boden gesetzt hab. dass ich es kennenlernen will, von norden bis sueden, von osten bis westen, all diese tausende von kilometer, diese vielfalt, die diversitaet, dieser reichtum an kultur und geschichte, natur und leben. dass ich menschen kennenlernen und mit ihnen zeit verbringen will, das argentinische leben mit seinen tagesablaeufen, den gewohnheiten und alltaeglichen normalitaeten spueren will. dass mir die idee gefaellt, die moeglichkeit und freiheit zu haben, an orte zurueckzukehren, wo es mir ganz besonders gefallen hat, wo es mich nochmals hinzieht.


córdoba


die meisten haben mich danach verstanden. haben verstanden, was mich treibt und zieht, was mich diese art des reisens hat waehlen lassen. sie haben verstanden, warum mich jetzt, hier keine anderen laender suedamerikas reizen. dass diese eine andere, eine naechste reise sein werden. dass es jetzt argentinien sein musste und ist.



puerto pirámides, península valdés, con sofi y javi


nach claudias abreise vor einem monat und einem weiteren tag am ende der welt - einem entspannten wellness-tag mit sauna und jacuzzy mit blick auf den beagle-kanal - nahm auch ich abschied von ushuaia und trat die grenzueberquerende busreise zurueck nach rio gallegos an. dort wartete bereits der naechste bus, weiter nordwaerts, nach puerto madryn, alles der ruta 3 entlang, der ostkueste argentiniens. und fuer einmal konnte ich im bus beruhigt schlafen, ohne angst, allzuviel von der landschaft zu verpassen - diese wuerde sich fuer die naechsten 20 stunden kaum aendern... wer den film "historias minimas" gesehen hat, kennt die landschaft - flach, braun, ab und zu ein paar buesche und vor einem kilometerlang die asphaltierte strasse, die einem langsam aber stetig nordwaerts bringt.


punta tombo

wieder war ich fast 30 stunden unterwegs, als ich schlussendlich in puerto madryn ankam. puerto madryn - einst ein kleines fischerdoerfchen, das durch den bau der groessten aluminiumfabrik argentiniens vor einigen jahren sprunghaft gewachsen ist - ist aus touristischer sicht vor allem aus 2 gruenden bekannt: wegen seiner naehe zur peninsula valdes und wegen den ballenas, den walen. diese riesigen meeresbewohner besuchen puerto madryn regelmaessig, um sich waehrend der 6 wintermonate dort aufzuhalten, bevor sie wieder richtung sueden, richtung antarktis ziehen. aber eben - knapp haben wir uns verpasst: mitte dezember verlassen sie ihre winterresidenz jeweils...



bei rawson - unterwegs zu den toninas
(...ja, zugegeben, ein klein bisschen mulmig wars mir schon,
als ich die grossen, grossen wellen gesehen hab...)

wale hab ich also keine gesehen. dafuer tausende pinguine - die stundenlange unterhaltung bieten - toninos - eine kleine art delphine, die freudig um unser boot herumgeschwommen und -gesprungen sind - see-elefanten und see-loewen - die nicht viel mehr gemacht haben als faul herumzuliegen und ab und zu ziemlich grusige geraeusche von sich zu geben... und dies alles in freiheit, ohne gitterzaun drum herum - und wenns eine abschrankung gehabt hat, dann galt diese den touristen und nicht etwa den tieren.


toninas in sicht...??

in puerto madryn herrschte ferienstimmung. zumal ich genau zur hochsaison dort war - die argentinier/innen waren ebenfalls unterwegs. und so waren dann der strand voll und die strassen bevoelkert, es war ueberall diese locker-entspannte ferienatmosphaere zu spueren und ich genoss die waerme nach dem kalten sueden. in puerto madryn hab ich auch javi und sofi wieder getroffen - javi haben claudia und ich damals in san martín de los andes kennengelernt. gemeinsam mit den beiden und zwei weiteren porteños haben wir eines tages ein auto gemietet und die insgesamt knapp 400km (wovon ca. 80% auf unbefestigter schotterpiste...) zur peninsula valdes unter die raeder genommen. bepackt mit mate, argentinischer musik im ohr und der argentinischen leichtigkeit, wenns um die zeit geht... - wie entspannend!!


península valdés

mein persoenliches highlight war und ist mein eintrittsticket in den park... "somos 5, de buenos aires", hat fede, am steuer, dem ticketverkaeufer gesagt. der hat uns kurz gemustert - und's ihm geglaubt:)) so bin ich als "nacional" in den park eingereist - abgesehen vom 4 mal guenstigeren eintrittspreis hat mich natuerlich gefreut, dass ich ohne zweifel als einheimische durchgegangen bin...!!


península valdés

nach dieser schoenen woche in puerto madryn zog ich weiter, mit dem versprechen, das naechste mal zur saison der wale zurueck zu kehren. die bevorstehenden 21 stunden busfahrt nahm ich locker auf mich - laengst hab ich mich an solch lange busreisen gewoehnt. mehr noch - es macht mir sogar spass! ich geniesse diese zeit unterwegs, mit musik im ohr durch argentinische weiten zu reisen... dazu kommt, dass die busse hier bequemer sind als die 1. klass-wagen der sbb, dass man, wie im flugzeug, mit essen und trinken versorgt wird, und man sich ab und zu an bushaltestellen die beine vertreten kann.


rio paraná, rosario

die reise von puerto madryn nach rosario verging somit schnell und ich freute mich auf das wiedersehen mit der stadt und den rosarinos, die mich erwarteten. die hitze und die hohe luftfeuchtigkeit machten mir bei diesem zweiten besuch nicht mal mehr halb so viel muehe wie damals anfangs dezember und ich ueberstand die woche in der drittgroessten stadt argentiniens in dieser hinsicht blendend. zurueck zu kommen an einen ort, wo man schon mal war und sich ein klein wenig zuhause fuehlt und das alles in einem fremden land - ein schoenes gefuehl. und trotzdem blieb ich nur eine woche in rosario und reiste danach weiter nach córdoba. um dort endlich die 2 glaeser ovomaltine-brotaufstrich und die tafeln schokolade abzuladen, die ich seit claudias ankunft an weihnachten mit mir herumgetragen hab...



vista del monumento de la bandera, rosario

hier, in córdoba, wurde ich mit offenen armen empfangen. ich wohne wieder in "meinem" zimmer bei den darsies, kann mich ausbreiten und entspannen. mich erholen, von den letzten 3 monaten unterwegs-sein, die mich ziemlich geschafft haben... gemerkt hab ich das erst hier, hier, wo ich die moeglichkeit habe, tagelang zu schlafen und mir und meinem koerper die benoetigte erholung zu goennen.


mi familia cordobesa

so sind die tage hier ruhig. ich lese viel, geniesse die stadt, koche ab und zu (aelplermakkaroni mit apfelschnitzli und zum dessert - claro - magenbrot:))), nutze die pileta im garten aus, esse fleisch und trinke wein und mach ab und zu einen ausflug - nach alta gracia z.b., ins museo del che, oder nach la falda, einem kleinen staedtlein in den sierras chiquitas. den argentinischen tagesablauf hab ich adaptiert - znacht gibts kaum je vor 23 uhr und schlafen vor 2 uhr morgens erscheint mir als ziemlich ungewohnt. dafuer bin ich fan von der siesta am spaeteren nami...


che

zwei wochen bin ich nun schon hier und bleibe noch ein paar tage. danach gehts weiter, nordostwaerts, dem letzten grossen ziel meiner reise entgegen: via posadas zu den cataratas del iguazú, den wasserfaellen an der grenze zu brasilien. und danach wieder zurueck, nach buenos aires. dorthin, wo vor ueber 3 monaten alles begonnen hat... es erwarten mich all die porteños und porteñas, die ich waehrend dieser zeit unterwegs kennengelernt hab und ich freu mich riesig, sie alle nochmals zu sehen und mit ihnen winkel und ecken dieser riesigen stadt zu entdecken, die ich alleine nicht kennenlernen wuerde. auch der letzte teil meiner reise haelt somit highlights parat - und ich freue mich auf jeden weiteren tag in argentina!


la motocicleta del che

Donnerstag, 17. Januar 2008

...historias de la ruta 40...

es ist windstill draussen. fast vermisse ich das sausen und brausen dieses treuen begleiters der letzten 2 wochen. fast fehlt mir das staendige geraeusch, das so typisch ist fuer die gegend hier. fuer den suedlichsten teil argentiniens - patagonien und tierra del fuego.




...gekennzeichnet vom staendigen wind...


die vergangenen 14 tage fuehlen sich nach mehr an - obschon sie vorueberflitzten, wie der wind auch. sie waren intensiv, ausgefuellt und dank des sued-sommers viel laenger als gewohnt. bis spaetabends scheint die sonne - muede wird man nicht und kann somit den tag ausnutzen, bis der naechste anbricht. und das haben wir auch getan, die letzten 14 tage!



...irgendwo, unterwegs, in patagonien...


die abreise von san martín de los andes liegt gefuehlsmaessig schon monate zurueck. und die reise vom norden in den sueden, vom sommer beinahe in den winter, war eines dieser erlebnisse, die man nie mehr vergisst! eines der highlights der gemeinsamen zeit von claudia und mir, ein praegendes und eines, das uns wohl noch jahre spaeter strahlen laesst...



bajo caracoles - zwischenstopp auf der ruta 40


la ruta 40... diese legendaere strasse, welche bariloche mit dem suedlichen patagonien verbindet. diese holprige, staubige, ungeteerte strasse, den anden entlang, suedwaerts. tausende kilometer durch die faszinierende welt patagoniens. tausende kilometer durch farbintensive landschaften, felder, weiten - vorbei an guanakos, vogel-strauss-familien, schafen, rinder und pferden. vorbei an einer gottverlassenen, einsamen weite, wie sie einzigartig ist.




ein guanaco auf der ruta 40


eine weite, die man an einem stueck erleben muss, um sie zu begreifen. in ihrer ganzen dimension. und so entschieden wir uns spontan, nicht - wie zuerst beabsichtigt - einen zwischenstopp einzulegen. wir beschlossen, die ruta 40 in einem stueck zurueck zu legen, direkt von bariloche nach el chaltén. und keine von uns haette sich vorher ertraeumt, dass diese 34 stunden am stueck im holprigen bus alles andere als anstrengend oder langweilig werden wuerdcn. im gegenteil. wir haben sie genossen. sie waren faszinierend und der huehnerhautfaktor war hoch.




mate-runde mit den chauffeuren

besonders eindruecklich waren die strecken, die wir vorne bei den chauffeuren verbracht, mit ihnen mate getrunken und die weite, die vor uns lag, so richtig realisiert haben. unvergesslich... la ruta 40 - patagonien pur!

als wir dann um 3.30 uhr fruehmorgens in el chaltén angekommen sind, waren wir aber trotzdem froh um unser komfortables 2er-zimmer mit privatem bad und legten uns - nach 2 naechten im bus - gerne ins weiche bett!




el chaltén

el chaltén ist wohl eines der juengsten dorflein in argentinien. es wurde 1986 gegruendet, hauptsaechlich deshalb, um den chilenen beim besiedeln dieses abgelegenen gebietes zuvorzukommen. die argentinier hatten eine gute nase, damals - el chaltén boomt. im sommer reisen tausende wander- und kletterfreudige touristen aus aller welt an diesen flecken erde, wo es bisher weder natelempfang noch eine aktuelle tageszeitung gibt.





landschaft in el chaltén

was fuer den tourismus und das gesamte dorf wirtschahtlich gut ist, bringt natuerlich auch seine schattenseiten mit sich: es wird gebaut wie wild, neue haeuser spriessen unkontrolliert aus dem boden und lassen das heute so charmante doerflein in einigen jahren wohl zu einem touri-center mehr wachsen... bereits jetzt werden die ersten naturstrassen geteert und wenn das grossprojekt der regierung abgeschlossen ist, das vorsieht, die gesamte ruta 40 zu teeren und somit fuer die touristen bequemer zugaenglich zu machen, dann wird eine reise nach el chaltén nicht mehr dieselbe sein.


was sich jedoch auch dann nicht aendern wird, ist die attraktion el chalténs - die berge! mit den beiden spektakulaeren gipfeln des fiz roy und des cerro torre finden sich um el chaltén DIE gipfel der argentinischen teils von patagonien. nicht unbedingt durch ihre hoehe, mehr aber durch die formation vermoegen sie zu verzaubern - sofern man sie denn zu gesicht bekommt...




links der cerro torre, rechts die gipfel des fiz roy



patagonien hat uns mit dem fuer diese region so typischen wetter empfangen. wind und regen, sonne und blauer himmel - von allem gab es etwas. wirklich schoen war es jedoch nicht und so mussten wir unsere erste wanderung unverrichteter dinge vor der mitte schon abbrechen und - pflotschnass und durchfroren - den rueckweg antreten. beim 2. versuch unserer gebuchten tour zum glaciar torre, inkl. trekking auf ebendiesem, waren wir erfolgreich. liess uns das schlechte wetter den 1. versuch bereits im dorf, morgens um 7 uhr, wieder abbrechen und schnurstracks zurueck ins warme bett fluechten, so meinte es das wetter am folgenden tag besser. und - tatsaechlich - nach etwas startschwierigkeiten zeigte sich uns der cerro torre dann auch in seiner ganzen pracht. und das trekking auf dem gletscher war vor dieser kulisse nochmals eindruecklicher als sonst schon...



auf dem glaciar torre



3 stunden spazierten wir auf diesem eisgiganten herum, bestaunten gletscherspalten, hoerten das eis krachen - und hatten zum abschluss gar die moeglichkeit, uns als eiskletterer zu probieren... ja, auch ich wagte die herausforderung - die sich schlussendlich als einer meiner persoenlichen fortschritte herausstellen sollte...


...wer haette das gedacht...?!


nach dieser eindruecklichen 10-stunden-wanderung bei schlussendlich bestem wetter nahmen wirs am folgenden tag gelassen, dass sich el chaltén am morgen unserer abreise mit strahlendstem wetter von uns verabschiedete... so haben wri den fiz roy wenigstens aus der ferne doch noch gesehen!




perito moreno

der patagonische wind blies uns weiter, nach el calafate. el calafate ist beruehmt wegen des nahegelegenen perito moreno, dem gletscher, der als einer der wenigen noch waechst und alle paar jahre durch spektakulaere zusammenbrueche an seiner stirn von sich reden macht. die eiskalten winde und klirrenden temperaturen, die nun auch mir einen eindruck des winters in der schweiz ermoeglichten, waren jedoch beim anblick des gletschers vergessen. und claudia und ich standen staunend vor diesem ueber 600m breiten und 60m hohen giganten. sprachlos. beeindruckt. und jubelnd, sobald sich teile des eises loesten und utner krachendem getoese in den see stuerzten. perito moreno... und auch wenn el calafate sonst sehr touristisch ist - diese momente mit dem eis sind definitiv eine reise wert!




der perito und ich...


eine letzte gemeinsame etappe lag noch vor uns, nach dieser eiskalten gletscherwelt. die busfahrt nach ushuaia, ans ende der welt...

und genauso abenteuerlich wie sich das ziel anhoert, so war auch die reise dahin. argentinische busfahrplaene sind speziell - so fanden wir uns morgens um 3 uhr gaehnend vor dem bus wieder, der uns die strecke suedwaerts bringen sollte, via rio gallegos, nach ushuaia. und die ankunft in ushuaia, der suedlichsten stadt der welt, am beagle-kanal, die will verdient sein. ganze 4 stempel gabs in unsere paesse - die grenzziehung im sueden des kontinents liess uns argentinien fuer kurze zeit verlassen und einige stunden auf chilenischem boden verbringen. dort ueberquerten wir auch die magellan-strasse - und fuehlten uns enorm historisch!




die schafe und ich auf der estrecho de magellanes...


die aus- und einreisebestimmungen der beiden nachbarlaender sind strikt und streng. unsere fruechte haetten wir nicht nach chile einfuehren duerfen... eigentlich... einmal mehr kam uns der gute draht zu den beiden chauffeuren zu gut, welche unsere "frutería" in einem plastiksack irgendwo versteckt in ihrer kabine ueber die grenze schmuggelten... selten hat ein apfel abenteuerlicher geschmeckt...:))


ushuaia in der abendsonne - um 22 uhr


und dann kamen wir an, hier, in ushuaia. am "fin del mundo", wie die stadt vermarktet wird. mein norwegischer gastbruder der ersten 3 wochen buenos aires, den ich hier wieder getroffen habe, meinte, es sei wie bei ihm zuhause, in bergen. die antarktik-kreuzfahrtschiffe lassen die nahen eislandschaften erahnen, die superfeinen mariscos und fischgerichte das meer spueren.

hier haben wir unsere letzten gemeinsamen tage genossen, claudia und ich. und unsere reise gebuehrend abgeschlossen - bei einem tag im nationalpark "tierra del fuego". natuerlich zog es uns auf den hoechsten der gipfel - 900m hoehenunterschied liessen uns schwitzen - aber es hat sich gelohnt! es bot sich uns nach diesem harten, steilen aufstieg durch subpolare landschaften ein atemberaubender ausblick! ein hoehepunkt zum abschluss. ein abschluss, wie er es fuer diese gemeinsamen wochen nicht passender haette sein koennen.



al cumbre del cerro guanaco - der beagle-kanal im hintergrund


und jetzt ist claudia abgereist und ich bin noch immer am ende der welt. morgen frueh gehts dann auch fuer mich wieder nordwaerts, waermeren temperaturen entgegen... ich freue mich auf diese naechste etappe - und werde sie vermissen, die brausenden und sausenden patagonischen winde...




...wintergefuehle...

Donnerstag, 3. Januar 2008

...hasta el sur...

wenn ich hier auf die strasse blicke, komme ich mir fast ein wenig vor wie zuhause. in einem ferienort, irgendwo in den alpen. san martín de los andes erinnert mit seiner flaniermeile, den schoggi-laeden (deren angebot das schweizerische an kreativitaet und - ja, tatsaechlich - an geschmack uebertrifft), den bergen, dem see und der ferienstimmung sehr an unsere berge. deswegen fuehlte ich mich hier wohl auch vom ersten moment an so wohl, so ruhig.



playa en san martín de los andes -
tomando mate como los argentinos:))

seit silvester sind wir hier, in diesem 22'000 seelenort, inmitten der berge, nahe der chilenischen grenze. man koennte sich daran gewoehnen, an das leben hier - und hier ski zu fahren, im winter, muss genial sein. wer weiss...

am 24. dezember kam claudia in buenos aires an. rechtzeitig zur nochebuena, rechtzeitig fuer die festtage, die ich zum ersten mal nicht zuhause und bei ungewohnt hohen weihnachts-temperaturen verbracht habe. entsprechend speziell war dann auch unser programm am heiligabend - die weihnachtsmesse in der kirche fand unter freiem himmel statt und auch das anschliessende abendessen konnten wir draussen geniessen. que raro... doch nicht nur das wetter liess uns eine neue weihnachtsstimmung spueren, auch die art und weise, wie gefeiert wurde... um mitternacht des 24. dezembers wird unter lautem gejohle, geklatsche, viel feuerwerk und fanfaren auf die weihnacht angestossen. mit farbigen papierhueten, masken und allerlei sonstigem fasnachts-material. natuerlich haben wir mitgefeiert, mitgetanzt und mit-angestossen:))


tigre - con las edificios de buenos aires atràs

den weihnachtstag verbrachten wir in tigre, dem naherholungsgebiet der porteños im norden der stadt. die zugfahrt dorthin dauert knapp 1 stunde und fuehrt die passagiere ins tigredelta, das delta des rio de la plata. bei einer bootsfahrt ueber die verwinkelten arme des flusses konnten wir uns von der anstrengenden nochebuena erholen und die ruhe ausserhalb der stadt geniessen. denn die verbleibenden tage in buenos aires stuerzten wir uns ins stadtleben und liefen einmal mehr die sohlen unserer schuhe wund...



en el autobús hasta viedma - la vista panoramica:))

die naechste etappe meiner und die erste etappe unserer gemeinsamen reise konnte ich kaum erwarten. sei letztem sommer spukt mir bereits die idee im kopf herum, die idee dieser route, die idee, mit dem tren patagonico quer durch das land zu reisen.

el tren patagonico. der zug, der viedma an der kueste mit san carlos de bariloche in den bergen verbindet. dieser zug, dem der mythos der freiheit, der unendlichen weiten patagoniens anhaftet, der zug, in dem man sich automatisch als entdecker fuehlt, als abenteurer, zurueckversetzt in alte zeiten. wochen zuvor schon hatte ich fuer uns zwei eine kabine reserviert. und so fuehrte uns unsere erste gemeinsame busfahrt von buenos aires quer durch die pampa suedwarts nach viedma, in eine kleine, verschlafene provinzstadt am rio negro, von wo uns der zug am selben abend noch in den westen haette bringen sollen. haette bringen sollen. eine absichtlich gewaehlte zeitform...:))



esperando en viedma, a las 4.30 horas de la mañana...

gluecklicherweise war uns die abfahrtszeit des zuges nicht genau bekannt und wir mussten beim bahnhof vorbei, um diese in erfahrung zu bringen. einmal dort, konnte nach langem suchen unsere reservation doch noch aufgetrieben werden:)) zudem wurde uns mitgeteilt, dass der zug nicht wie erwartet um 17 uhr am abend, sondern wohl eher gegen 20 uhr losfahren werde. technische probleme. egal, dachten wir - was sind schon 3 stunden...

nun - aus diesen 3 wurden schlussendlich 12...:)) der zug war offensichtlich dermassen kaputt, dass der ersatzwagen aus bariloche anreisen musste - quer durch das ganze land... und so hiess es nochmals einchecken im hotel, schlafen und um 2 uhr morgens an den bahnhof schlafwandeln - in der hoffnung der zug koenne um 3 uhr losfahren... ein bisschen kam ich mir vor wie nach einem pfadilager, an diesem fruehen morgen am bahnhof... ueberall sassen, lagen oder standen menschen, schwer bepackt mit rucksack, taschen und saecken. halb schlafend, mate trinkend oder vor sich hin traeumend. geduld hat man hier - wie schoen, trotz solcher verspaetungen keine veraergerten minen zu sehen... auch wir nahmens gelassen - und um 5 uhr, als wir dann
einsteigen konnten, waren wir froh um unsere 2er-kabine, die uns doch noch einige stunden schlaf erlaubte.



en el tren patagónico

doch - die warterei hat sich gelohnt... mehr als das - die 17-stuendige reise mit dem tren patagonico war etwas vom genialsten, was ich bisher erlebt habe. diese unendliche weite - man kann es sich nicht vorstellen, wenn man es nicht selber gesehen hat... stundenlang nichts als trockene, braune erde, buesche, ab und zu ein skelett eines tieres nahe der geleise. und alle paar 100 kilometer ein pueblito... wir haben die reise mehr als genossen! die weite tat gut... eine schoenheit, die einzigartig ist. patagonien... und wir, mittendrin. mitten in argentinos, ebenfalls ausgeruestet mit mate und termo - was fuer eine reise!



cerro campanario, bariloche - que viento fuerte!!!

nach dieser ruhe, dieser befreienden stunden im zug war bariloche fuer mich zuviel des guten. zu viele menschen, zu viele touristen, zu viel laerm, zu viel aktivitaet. nur einen tag blieben wir in diesem touristenort inmitten der englischsprechenden backpackers, und reisten am naechsten tag weiter, in den norden, nach san martín de los andes.



playa en san martín de los andes

und hier haben wir nun die letzten 4 tage verbracht. in einem kleinen, sympathischen hostel mit lauter argentinos y argentinas. viiiel besser:)) einmal mehr haben wir tolle menschen kennen gelernt und uns unter den einheimischen mehr als wohl gefuehlt! san martín hat viel zu bieten fuer aktive besucher/innen - wandern, biken, auf dem see paddeln, an der playa die sonne geniessen, kaefelen - wir habens ausgekostet und sehr genossen.


un mirador en san martín de los andes

und - natuerlich - silvester gefeiert:)) año nuevo à la argentina... mit einem asado im garten des hostals, mit vino und viel, viel guter stimmung.



el asado del año nuevo - carne argentinaaaaa

dass es erst dieses jahr was zu essen gab war ebenso argentinisch wie das ausgehen anschliessend, um 3 uhr morgens... doch es war nicht viel zu machen in der stadt - diese lag im dunklen - total-stromausfall. also zogen wir weiter, an den strand, wo sich die menschen versammelt hatten, um feuer standen, tanzten, sangen, musik machen - das neue jahr begruessten. dies alles unter einem sternenhimmel, der alles bisherige uebertrifft und dessen sternschnuppen dem 2008 zu einem guten start verholfen haben. ein schoenes silvester - speziell und unvergesslich!!!



feliz año nuevo:)))

heute reisen wir weiter. via bariloche gehts in den sueden, richtung el chaltén. der ruta 40 entlang, dieser strasse, die weder alphaltiert noch sonst besonders gut in stand gehalten wird und die bis in den sueden, bis nach ushuaia fuehrt. eine lange reise steht uns bevor - der erste zwischenhalt wird uns nach ca. 17 stunden nach porito moreno bringen (nicht zum gletscher - zum dorf mit dem selben namen). dort werden wir uns eine nacht in einem hostal goennen und danach die zweite etappe unter die sitzbeinhoecker nehmen. die etappe nach el chaltén. in den sueden.

verabschiedet von unseren amigos y amigas im hostal haben wir uns gestern abend - es gab chnoepfli und ghackets:))

chnoepfli???

einmal mehr heisst es nun rucksaecke packen, adressen austauschen und sich verabschieden - einige wird man wieder treffen, andere in erinnerung behalten. in guter erinnerung!

Dienstag, 25. Dezember 2007

...in vino veritas...


mendoza. ich sehe sie aufleuchten, die augen der weinfans, beim erklingen dieses namens. zurecht. cabernet sauvignon. shiraz. malbec. alles waechst und gedeiht in und um mendoza, im westen argentiniens. und nie mehr werde ich einen dieser weine trinken ohne die erinnerung an die woche dort, inmitten der reben, trauben und bodegas.

auf dem letzten stueck der reise von salta nach mendoza konnte ich mir nur schwer vorstellen, wie inmitten dieses trockenen und kargen landes die besten weine gedeihen koennen. schwer nur konnte ich mir ausmalen, wie die gruenen weingueter inmitten dieser braunen erde fruechte tragen sollen.

den spaniern, franzosen und italienern ist dies zu verdanken. sie, die sie im 19. jahrhundert nach argentinien eingewandert sind, wussten das klima auszunuetzen und mendoza damit zu der stadt des weines zu machen. bodegas, bars und restaurants laden zum verwei-l-n-en ein. doch so richtig erleben kann und muss man die weingueter auf eigene faust. und mit der hilfe von mister hugo.


mister hugo, der sich in maipú etwas ausserhalb mendozas direkt neben der bushaltestelle mit seinem velo-vermietungsservice an all den weinseligen radler/innen eine goldene nase verdient. versorgt mit wasser, bestimmt unverzichtbaren tipps und tricks von mr. hugo persoenlich, karte und mehr oder weniger fahrtauglichen velos macht man sich alsbald auf den weg. auf die piste, wohl eher. unter der bruetenden sonne, von bodega zu bodega. zum kosten, vergleichen, fachsimpeln - und heiterem weiterradeln. weiterschwanken...???

der einblick, den man in die weingueter, die herstellung des weines und die geschichte dieser kunst bekommt, laesst die bruetende hitze - es waren nahezu 40 grad - und die strapazioese fahrt auf unebenem grund vergessen. und am abend, beim feinen znacht in einem der unzaehligen restaurants mendozas schmeckt der wein natuerlich grad nochmals besser als vorher auch schon. ja, in vino veritas...


el techo de las americas


doch nicht nur der wein lockt nach mendoza, nicht nur der wein macht einen besuch in dieser stadt unvergesslich. mendoza, mit den ruf, eine der saubersten staedte des landes zu sein, hat weit mehr zu bietetn. eine atmosphaere, die ferienstimmung aufkommen laesst, viel gruen, parks und unzaehlige baeume, die die strassen saeumen und die sommerhitze zumindest ein wenig abzuwenden vermoegen.



el pueblito puente del inka


mendoza liegt am fusse der berge - die anden sind zum greifen nahe, die schneeweissen gipfel erinnern an die heimischen alpen. und auch in mendoza gibt es ein grosses angebot an diversen touren, die einem diese bergwelt naeherzubringen versprechen - und dieses versprechen durchaus halten.


la vista espectacular - el aconcagua està a la izquierda...

der tag unserer exkursion sollte unvergesslich werden. bereits in der nacht zuvor war der himmel sternenklar und am fruehen morgen war es warm, heiss, fast. der minibus holte uns beim hostal ab und fuhr los, in die berge. vorbei an villavicencio, wo das gleichnamige mineralwasser in frischen quellen dem berg entspringt, vorbei an ebendiesem gebaeude, das die wasserflaschen des trinkwassers ziert.

weiter, die 365 kurven der caracoles den berg hinauf, via uspallata, wo seinerzeit "7 years in tibet" gedreht wurde. vorbei an los penitentes, einem skiort, der von schneeunsicherheit in seinen kuehnsten traeumen noch nie was gehoert, mich ansonsten mit seinem skilift aber sehr an die heimat erinnert hat. weiter, bis zum parque provincial aconcagua.


los caracoles y yo


der aconcagua. el techo de las americas - mit seinen 6962 metern der hoechste berg der suedlichen hemisphaere. und der hoechste ausserhalb asiens. beeindruckend. ueberwaeltigend. und hoch, so hoch! der tag meinte es gut mit uns - selten nur zeigt sich der aconcagua so wolkenlos, so klar. selten nur bietet sein spiegelbild in der lagune ein so gutes erinnerungsbild wie es dies an unserem tag der fall war. wir hatten glueck. und riesige freude!



el aconcagua rielandose en la laguna


der weg zurueck fuehrte uns an der puente del inka vorbei, einer natuerlich entstandenen bruecke am rio de las cuevas. durch die sedimente im warmen wasser haben die steine eine gelbliche farbe angenommen und bieten eines der beeindruckendsten naturphaenomene des landes.



la puente del inka

unsere tour endete mit einer fahrt entlang des rio mendoza, zurueck in die stadt. nach cacheute, wo wir vorbeiflitzten, kamen wir tagsdaruf nochmals zurueck, um uns in den quellen einen wellnesstag zur entspannung zu goennen. herrlich!


las termas de cacheuta


ein perfekter abschluss fuer eine perfekte woche in mendoza! in vino veritas...