Dienstag, 25. Dezember 2007

...in vino veritas...


mendoza. ich sehe sie aufleuchten, die augen der weinfans, beim erklingen dieses namens. zurecht. cabernet sauvignon. shiraz. malbec. alles waechst und gedeiht in und um mendoza, im westen argentiniens. und nie mehr werde ich einen dieser weine trinken ohne die erinnerung an die woche dort, inmitten der reben, trauben und bodegas.

auf dem letzten stueck der reise von salta nach mendoza konnte ich mir nur schwer vorstellen, wie inmitten dieses trockenen und kargen landes die besten weine gedeihen koennen. schwer nur konnte ich mir ausmalen, wie die gruenen weingueter inmitten dieser braunen erde fruechte tragen sollen.

den spaniern, franzosen und italienern ist dies zu verdanken. sie, die sie im 19. jahrhundert nach argentinien eingewandert sind, wussten das klima auszunuetzen und mendoza damit zu der stadt des weines zu machen. bodegas, bars und restaurants laden zum verwei-l-n-en ein. doch so richtig erleben kann und muss man die weingueter auf eigene faust. und mit der hilfe von mister hugo.


mister hugo, der sich in maipú etwas ausserhalb mendozas direkt neben der bushaltestelle mit seinem velo-vermietungsservice an all den weinseligen radler/innen eine goldene nase verdient. versorgt mit wasser, bestimmt unverzichtbaren tipps und tricks von mr. hugo persoenlich, karte und mehr oder weniger fahrtauglichen velos macht man sich alsbald auf den weg. auf die piste, wohl eher. unter der bruetenden sonne, von bodega zu bodega. zum kosten, vergleichen, fachsimpeln - und heiterem weiterradeln. weiterschwanken...???

der einblick, den man in die weingueter, die herstellung des weines und die geschichte dieser kunst bekommt, laesst die bruetende hitze - es waren nahezu 40 grad - und die strapazioese fahrt auf unebenem grund vergessen. und am abend, beim feinen znacht in einem der unzaehligen restaurants mendozas schmeckt der wein natuerlich grad nochmals besser als vorher auch schon. ja, in vino veritas...


el techo de las americas


doch nicht nur der wein lockt nach mendoza, nicht nur der wein macht einen besuch in dieser stadt unvergesslich. mendoza, mit den ruf, eine der saubersten staedte des landes zu sein, hat weit mehr zu bietetn. eine atmosphaere, die ferienstimmung aufkommen laesst, viel gruen, parks und unzaehlige baeume, die die strassen saeumen und die sommerhitze zumindest ein wenig abzuwenden vermoegen.



el pueblito puente del inka


mendoza liegt am fusse der berge - die anden sind zum greifen nahe, die schneeweissen gipfel erinnern an die heimischen alpen. und auch in mendoza gibt es ein grosses angebot an diversen touren, die einem diese bergwelt naeherzubringen versprechen - und dieses versprechen durchaus halten.


la vista espectacular - el aconcagua està a la izquierda...

der tag unserer exkursion sollte unvergesslich werden. bereits in der nacht zuvor war der himmel sternenklar und am fruehen morgen war es warm, heiss, fast. der minibus holte uns beim hostal ab und fuhr los, in die berge. vorbei an villavicencio, wo das gleichnamige mineralwasser in frischen quellen dem berg entspringt, vorbei an ebendiesem gebaeude, das die wasserflaschen des trinkwassers ziert.

weiter, die 365 kurven der caracoles den berg hinauf, via uspallata, wo seinerzeit "7 years in tibet" gedreht wurde. vorbei an los penitentes, einem skiort, der von schneeunsicherheit in seinen kuehnsten traeumen noch nie was gehoert, mich ansonsten mit seinem skilift aber sehr an die heimat erinnert hat. weiter, bis zum parque provincial aconcagua.


los caracoles y yo


der aconcagua. el techo de las americas - mit seinen 6962 metern der hoechste berg der suedlichen hemisphaere. und der hoechste ausserhalb asiens. beeindruckend. ueberwaeltigend. und hoch, so hoch! der tag meinte es gut mit uns - selten nur zeigt sich der aconcagua so wolkenlos, so klar. selten nur bietet sein spiegelbild in der lagune ein so gutes erinnerungsbild wie es dies an unserem tag der fall war. wir hatten glueck. und riesige freude!



el aconcagua rielandose en la laguna


der weg zurueck fuehrte uns an der puente del inka vorbei, einer natuerlich entstandenen bruecke am rio de las cuevas. durch die sedimente im warmen wasser haben die steine eine gelbliche farbe angenommen und bieten eines der beeindruckendsten naturphaenomene des landes.



la puente del inka

unsere tour endete mit einer fahrt entlang des rio mendoza, zurueck in die stadt. nach cacheute, wo wir vorbeiflitzten, kamen wir tagsdaruf nochmals zurueck, um uns in den quellen einen wellnesstag zur entspannung zu goennen. herrlich!


las termas de cacheuta


ein perfekter abschluss fuer eine perfekte woche in mendoza! in vino veritas...

Sonntag, 23. Dezember 2007

...salta, la linda...

salta, la linda. zurecht traegt sie diesen beinamen, salta, la linda. zurecht wird diese stadt im norden argentiniens als die schoenste des landes bezeichnet und zurecht glaenzen die augen der argentinos und argentinas vor begeisterung, wenn sie von salta schwaermen...

salta, la linda. salta hat es gut gemeint mit mir. so gut, dass ich - einmal mehr - eigentlich noch viel laenger haette bleiben koennen. ein gutes zeichen, wenn abschied nehmen - einmal mehr - schwer faellt und wenn man - einmal mehr - dieses eine traenende neben dem lachenden auge antreffen darf.


una esquina en salta

salta, la linda. salta hat mich in ihren bann gezogen, von anfang an. die salteños, denen ihr ruf der herzlichkeit, offenheit und freundlichkeit vorauseilt und dem gerecht zu werden sie muehelos schaffen. die natur, die sich im norden von einer voellig anderen seite zeigt, die hoehen der andengipfel erahnen laesst und neben diesen kargen andinen ebenen vielfaeltige taeler und urwaelder besitzt. die landschaft hat mich beeindruckt, verzaubert.




otra esquina en salta, la linda

salta, la linda. meine erwartungen an den norden des landes wurden in diesen tagen, in diesen wochen, die ich dort verbracht habe mehr als uebertroffen. vor meiner abreise galten die vorfreude und das kribbeln im bauch vor allem buenos aires und dem sueden, patagonien. dass mich bereits meine erste reisezeit in den norden so beeindrucken und spuren hinterlassen wuerde, habe ich nicht erwartet.

salta, la linda. spuren hinterlassen hat auch sie. grosse. mein rucksack an erlebnissen, begegnungen und erfahrungen wird gross und groesser und ist noch lang nicht voll.


en la categral de salta

salta, la linda. ich habe im backpackers salta gewohnt, einem hostal etwas ausserhalb des zentrums. neben dem staff des hostals, das durch seine herzlichkeit das bewirkt hat, was das hostal neben dem eingang propagiert - "tu casa lejos de tu casa" - hatte ich das glueck, spannende andere rucksaeckler zu treffen. und wie schoen ist es, jemandem zu begegnen, sich auf anhieb super zu verstehen und in der eigenen sprache gespraeche fuehren zu koennen, die ueber das uebliche rucksack-geplauder hinausgehen - gaensehaut!!!


una llama en libertad

salta, la linda. die stadt hat einiges zu bieten. erbaut im kolonialstil fallen neben den vielen kirchen, die in der ganzen stadt verstreut sind, vor allem die frohen farben der haeuser auf. sie verleihen der stadt einen ganz besonderen charme, eine froehlichkeit, die sich in den gesichtern der salteños wiederspiegelt. gesaeumt von den bergen und - wie dies in den meisten argentinischen staedten der fall ist - mit einem grossen und vielen kleinen parks ist es ein ort, an dem man sich wohl fuehlt. auftanken kann.

salta, la linda. neben dem ruhigen stadtleben, den museen, kathedralen und der natur ist salta ausgangspunkt fuer diverse exkursionen in die umgebung, in die cordillera occidental - in die berge. natuerlich liess ich mir dieses vergnuegen nicht nehmen...


la puente la mas larga del tren a los nubes

...unvergesslich bleibt die tour in die hoehen der cordillera occidental. entlang des trassees des tren a los nubes - der momentan leider nicht in betrieb ist und denselben in argentinischer manier wiederaufzunehmen gedenkt - irgendeinmal, halt... entlang dieses trassees, das den zug von salta aus durch die quebrada del toro, vorbei an tastil in die hoehen der berge nahe an die chilenische grenze bringt. vorbei an san antonio de los cobres, einem kleinen, verschlafenen nest auf ca. 3700m hoehe und weiter, kilometerweit quer durch die ebene der cordillera. stundenlang nur berge, wolken und die sonne, die am horizont eine spiegelnde flaeche hinterlaesst. ab und zu ein alpaca. ein llama. ruhe.


en el altiplano

und dann ploetzlich - las salinas grandes. was zuerst ein kleiner, weisser streifen am horizont ist, wird beim naeherkommen groesser und groesser und verwandelt sich in ein beeindruckendes naturwunder, das mich noch heute sprachlos werden laesst. salz, sowei das auge reicht. danach, kurvig-steile bergflanken hinunter ins tal, in richtung purmamarca. zu den cierros de los 7 colores, den felsen der 7 farben. dann zurueck nach salta, la linda, wo der tag argentinisch mit einem asado, mit folklore-musik aus salta, einer zamba und anschliessend bis in die fruehen morgenstunden tanzend und lachend ausklang. etwas vom beeindruckendsten bisher...


las salinas grandes

...oder die tour nach cachi, einem kleinen, weissen, verschlafenen ort, auf 2280 metern ueber meer. die reise dorthin - die landschaft so ganz anders als am tag zuvor, aber nicht weniger beeindruckend, nicht weniger fesselnd.


el viaje hasta cachi

die reise fuehrte uns durch den parque de los cardones (den park der kakteen) - kakteen, soweit das auge reicht. etwas getruebt wurde diese freude durch die warnung unseres guias... es gaebe giftige spinnen in diesem park, die sich unter den steinen verstecken und deren biss toedlich sei... ich konnte somit weder steine sammeln noch den halt an diesem ort so richtig geniessen, erwartete ich doch jede sekunde einen angriff dieser tiere... der ausflug nach cachi endete fuer mich mit einer weiteren premiere - die der hoehenkrankheit... und erstmals in diesen nun 6 wochen war das eine erfahrung, auf die ich gerne verzichtet haette... mit jedem meter aber, den es danach bergab ins tal ging, gings mit mir bergauf - und zurueck in salta, la linda, hab ich mich wieder pudelwohl gefuehlt... und daraus gelernt, das hab ich auch. der koerper sollte ausruhen duerfen, vor einer solchen tour... aber es war halt so lustig und gemuetlich bis spaet in die nacht...


cachi

salta, la linda. erfahrungen und erlebnisse, die ich mitnehmen. an die ich mich gerne erinnere. die einzigartig sind. eine weitere woche, die ich mehr als nur gut erlebt habe.


el lugar mas alto de la excursion

...ach, ja - und diego torres, el lindo, hab ich natuerlich auch gesehen, in salta, la linda...

Dienstag, 11. Dezember 2007

...12 horas de viaje...

en las sierras de cordoba

ich bin in salta, seit gestern abend. 12 stunden dauerte die busfahrt hierher, in den norden argentiniens, in diese stadt, die so anders ist als all die anderen staedte, die ich bisher gesehen habe. urspruenglicher. authentischer - ein wenig erinnert sie mich an guatemala. 12 stunden dauerte die fahrt von cordoba hierher, und weit mehr als 12 stunden waeren noetig gewesen, um die vergangenen tage verarbeiten zu koennen. angemessen verarbeiten. all das erlebte, all die eindruecke und all die wetvollen begegnungen setzen lassen zu koennen.

es geht mir sehr gut. ich sauge alles auf - das land, die leute - geniesse es mit allen mir zur verfuegung stehenden sinnen. an so manchen orten, bei so manchen menschen, lasse ich kleine stuecke meines herzens zurueck... meine erwartungen, meine vorstellungen und meine traeume - bisher wueden sie mehr als erfuellt! ich fuehle mich sehr wohl hier...


el viaje desde buenos aires hasta rosario

die landschaft argentiniens ist atemberaubend - nicht nur fuer die geographin in mir... und ich war noch nicht in patagonien! bisher habe ich all meine busreisen waehrend des tages unternommen und bin - mit der passenden musik im ohr und der nase am fenster klebend - staunend durch die weiten dieses landes gefahren. durch die pampa humeda, von buenos aires nach rosario und weiter in den norden, nach cordoba. unvorstellbar grosse flaechen an korn und mais. viehwiesen. viele pferde und noch mehr kuehe. ein unglaublicher reichtum an fruchtbaren boeden - argentinien haette das potential, viele, viele menschen zu ernaehren...


el viaje desde rosario hasta cordoba

die veraenderungen der vorueberziehenden landschaft, je weiter noerdlich ich gezogen bin, die felder, die nach cordoba in richtung salta gruener wurde, danach trockener, flach, salzig, um sich anschliessend in weichen huegeln erneut zu erheben, wieder gruener zu werden und sich mir hier in salta - einer stadt inmitten von bergen auf 1214m hoehe - wie in einer ganz anderen welt zu praesentieren - wie schoen!

von salta aus werde ich den naechsten tagen die umgebung erkunden. ausfluege machen. morgen mit einem bus voller chicas aus dem hostal der route des tren de los nubes folgen - der leider immer noch ausser betrieb ist - einen salar ueberqueren, um anschliessend vor der beeindruckenden kulisse der quebrada de humahuaca wieder zurueck nach salta zu reisen und im hostal einen asado zu geniessen:)) oder tagsdarauf, der ausflug in den sueden der provinz, wieder in eine ganz andere umgebung. wieder eine facette mehr... ich freue mich!



samichlaus en cordoba...

nach diesen tagen in salta steht mir eine weitere, lange busreise bevor. 18 stunden sinds diesmal, die mich nach mendoza - ins mekka der weinliebhaber/innen - bringen werden. 18 stunden werdens dann sein, die ich zum verarbeiten und durchschnaufen, zum setzen lassen haben werde, bevor es in mendoza weitergeht. mein reisegspaenli erwartet mich bereits - alleine fuehle ich mich nie, die ruhe fuer mich muss ich mir richtiggehend suchen...

die menschen hier beruehren mich. sehr. sie sind wunderbar. vieles wurde mir berichtet vor meiner abreise. vieles habe ich gehoert ueber die argentinier und argentinierinnen. gastfreundlich seien sie, hilfsbereit, offen und herzlich. was mich aber bisher erwartet hat, laesst sich nicht in worte fassen... sie beruehren mich. immer wieder und immer mehr.


el embolse - en las sierras de cordoba


die ganze letzte woche habe ich unter einheimischen verbracht. habe bei und mit ihnen gelebt - und ja, es gefaellt mir, das argentinische leben, es gefaellt mir sehr. bereits bin ich am ueberlegen, wie ich es einrichten kann, damit ich all die mir ans herz gewachsenen menschen vor april des naechsten jahres nochmals besuchen kann... einpacken wurde ich sie am liebsten. mitnehmen. oder - hierbleiben...:))



el embolse

in rosario, meiner ersten etappe nach buenos aires, hab ich bereits am ersten abend eine gruppe rosarinos kennengelernt. am openair-konzert einer blues-band aus buenos aires (el blues en castellano - que raro...) beim monumento nacional de la bandera (etwas wie dem ruetli argentiniens - hier hat manuel belgrano anno dazumal die argentinische flagge designt). spannende begegnungen, herzliche menschen - und einen privaten stadt-fuehrer habe ich also dort getroffen. tagsdrauf hat dieser mir bei 35 grad rosario gezeigt, die stadt aus den augen eines einheimischen - und am abend das beste fleisch, das ich in argentina bisher gegessen habe. mmmh! die portion haette uebrigens locker fuer eine ganze familie gereicht...



el monumento nacional de la bandera

rosario nach diesen tagen zu verlassen hinterliess zum ersten mal einen kleinen vorgeschmack auf das, was mich von nun an alle paar tage erwarten wird... abschied nehmen...



al campo, cordoba


auch in cordoba, meiner zweiten station, wurde ich herzlich empfangen. anita und javier, die im august eine nacht auf meiner couch in berna verbracht haben, holten mich am busbahnhof ab und chauffierten mich zu meiner unterkunft fuer die naechsten paar tage: ein zimmer im haus von javi's eltern, das sie fuer ihre beiden soehne gekauft haben. momentan steht es noch ziemlich leer - genuegend platz also fuer mich, meinen rucksack und marcos, den bruder von javier.


en las sierras de cordoba

tage, die ebenfalls unvergesslich bleiben sollten und tage, in denen keine minute verging, die ich nicht genossen habe. vom ersten moment an haben sich anita und javier mit ihren gesamten familien herzlich um mich gekuemmert. mich zum znacht eingeladen, mich saemtliche spezielitaeten kosten lassen (lomitos, milanesas, alfajores, pan criollo - und natuerlich mate. immer und ueberall...), mir die umgebung gezeigt, sich sehr und ehrlich fuer mich interessiert (beim mittagessen bei anitas familia mit 8 kindern, den eltern, der grossmutter und den beiden hunden bin ich vor lauter erzaehlen und fragen beantworten kaum zum essen gekommen...) und es mir so sehr leicht gemacht, sie alles ins herz zu schliessen. selten habe ich aufmerksamere, herzlichere menschen kennengelernt als in cordoba!

una noche argentina en cordoba

der hoehepunkt meiner tage in cordoba, der 2. groessten stadt des landes, war der sonntaegliche ausflug auf den campo von anitas familie. vor langer zeit, im jahre 1890, hat der ur-grossvater von anita ein stueck land von 8000 m2 gekauft. in den sommermonaten wurden jeweils die koffer gepackt und diese in der stadt unertraeglichen hitzetage dort verbracht, auf dem land am fluss, damals eine tagesreise ausserhalb der grossen stadt. mittlerweilen ist der campo auf ca. 1200 m2 "geschrumpft" und die reise von cordoba her in 1 stunde bequem zu meistern - und noch immer zieht die gesamte familie fuer die 3 heissen monate des sommers mit sack und pack aufs land.



mi caballo y yo - se llama "borracho" :))


waehrend des restlichen jahres trifft man sich an allen sonntagen mit der gesamten familie - bestehend aus rund 80 koepfen - zum traditionellen asado, zum baden, ausreiten, ausruhen, abstand kriegen von der hektik der stadt, zum singen, trinken - sein. ich fuehlte mich wie eine figur in isabel allendes "casa de los espiritus" und waere gerne geblieben. ganz lange. ein entspannender und entspannter letzter tag in cordoba, ein ruhiger tag, ein wunderbarer tag...


...la asadora...

... 12 stunden fahrt, nur, um das erlebte setzen zu lassen. 12 stunden. viel zu wenig, eigentlich...

...la tardecita en el campo...

Samstag, 1. Dezember 2007

...mi vida aca...

heute hab ich das erste tuerchen meines reisetauglichen adventskalenders geoeffnet (gracias, querida!). doch - obwohl sich buenos aires auf die festtage vorbereitet, strassen und cafés schmueckt, obwohl sich die festlich dekorierten schaufenster entlang der avenida santa fe gegenseitig ueberbieten und ihre hawayanos (=flip flops), sonnenbrillen und sommerkleider mit laempchen und girlanden verzieren - so richtig weihnachtsstimmung will bei 32 grad nicht wirklich aufkommen... kerzen werden hoechstens zum abwehren der moskitos oder spaetabends in den strassencafés und bars angezuendet, wo man sich trifft, um bei lauen sommernaechten ebendiese zum tag werden zu lassen.

so habe ich heute morgen also mein erstes tuerchen geoeffnet.


die farbigen haeuser am caminito im barrio la boca


obwohl - eigentlich mach ich das ja seit ich hier bin. jeden tag oeffne ich ein tuerchen, jeden tag bekomme ich mehr einblick in eine welt, die mich sehr beruehrt, fasziniert und packt. die bilder, erlebnisse, begegnungen und eindruecke, die sich dahinter verstecken, sind praegend. nehmen bereits jetzt einen grossen platz in meinem herzen ein. und wenn ich mich an die letzten wochen erinnere, bei café con leche con medialunas, dann oeffne ich gern ein paar dieser tuerchen nochmals. fuer euch.

el caminito, la boca


... da war die begegnung mit nora, einer aelteren dame, die sich eines tages im café neben mich in die sonne gesetzt hat und mit der ich lange sitzen blieb. mich unterhielt. von ihrem leben erfuhr und sie an meinen plaenen teilhaben liess. sie, die sie zum ersten mal in ihrem leben mit einer suiza geplaudert hat, schlug mir im verlauf des gespraechs vor, uns doch an meinem geburtstag zur selben zeit am selben ort wieder zu treffen. das haben wir gemacht - ein schoener start in diesen meinen speziellen tag.

... da waren all die kulturellen erlebnisse der letzten wochen. tangoshows; die milonga mitten in buenos aires, mit farbigen laempchen, musik aus lautsprechern und holzbaenken in den strassen; das konzert von otros aires, der porteño-version von gotan project; die diversen kinobesuche; das requiem von verdi, aufgefuehrt von chor und orchester des teatro colon; joaquin cortes - DER flamencotaenzer der gegenwart, der die porteñas aus den sitzen gerissen und jubeln gelassen hat. zugegeben, auch uns hats gepackt...:))

... da war meine erste tango-lektion, die als erste solche durchaus akzeptabel war... die lust auf mehr geweckt hat und gewisse ideen entstehen liess...



tangomusik an der frischen luft -
ein sonntag im stadtteil san telmo


... da war dieser samstag abend in der buchhandlung. die librerías sind hier praktisch durchgehend geoeffnet. bepackt mit stapeln von buechern, einem café und viel zeit und musse verbringen die porteños stunden in den buecherlaeden. schmoeckern und stoebern und lesen und lesen. ein paradies:))

... da waren anstrengende aber unglaublich lehrreiche, lustige und spannende privatlektionen mit gabriela, meiner lehrerin. vor allem die "hipotesis irreal" haben wir bis zum umfallen geuebt - da lassen sich wunderbare saetze bilden... mit peluquerías und camareros... und was sonst noch alles gewesen waere, wenn... was haben wir gelacht!!! :))

heute hab ich also mein erstes tuerchen geoeffnet. und werde das die naechsten 23 tage weiterhin tun - in meinem adventskalender und auf meiner reise.

morgen sonntag werde ich buenos aires - vorerst - verlassen. werde weiterreisen in den norden, nach rosario und spaeter nach cordoba. in cordoba werde ich bereits von anita und javier erwartet, den beiden, die im august auf meiner couch uebernachtet haben. sie freuen sich darauf, mir ihre stadt und die umgebung zu zeigen - und ihre familias wollen mich unbedingt kennenlernen:)) wann es mich danach weitertreibt, nach salta, weiss ich noch nicht. obwohl - die tatsache, dass diego torres am 13. dezember in salta ein konzert gibt, zieht mich natuerlich durchaus ziemlich an... (hach...schmacht...schmelz...:)))



parque de la flor


ich freue mich auf die kommende reise. auf die natur, die menschen und dieses gefuehl, unterwegs zu sein. bin gespannt, was mir die zeit bringen wird - jeden tag, hinter dem naechsten tuerchen!!

eine kleine geschichte zum schluss: die neue putzfrau meiner gastfamilie macht ihre sache sehr gruendlich. und ich - obwohl ich meine chaotische ader im zaum zu halten versuche - ich hab wohl das ein oder andere trotz verschwindend kleiner groesse durchaus wichtige utensil an offensichtlich nicht nachvollziehbar bloeden orten aufbewahrt. jedenfalls befindet sich meine schweizer sim-card nun im argentinischen muell. henusode.

und das ist fuer meine gspaenli an der bitziusstrasse:


avenida de mayo y avenida 9 de julio


die potentielle auftragslage hier wuerde eine niederlassung der IC in buenos aires durchaus rechtfertigen... um moegliche expansions- und innovative akquisitionsideen anzukurbeln - hier eine erste, doch recht komplexe aufgabe fuer die verkehrsspezialisten... um den rest kuemmere ich mich dann:)) und: in buenos aires herrscht seit neustem in allen (!!) oeffentlichen raeumen rauchverbot. vielleicht laesst sich das ja noch ins npt einbauen...:))

un abrazo desde el otro lado del oceán - que no tengan demasiado frío...:))

Dienstag, 20. November 2007

...von frischem wind und vollen maegen...

zwei wochen bin ich jetzt bereits in buenos aires. die zeit vergeht wie im flug - und all die vielen neuen eindruecke, all die einmaligen erlebnisse und spannenden begegnungen lassen mich mit einem laecheln einschlafen. jeden abend.


ich schlafe gut hier, sehr gut sogar. das mag an der luft liegen (die stadt macht ihrem namen wahrlich alle ehre und verwoehnt die porteños mit einem angenehm kuehlen wind), an der ruhe in meinem zimmer (das nicht gegen die strasse, sondern in den ruhigen hinterhof gerichtet liegt - da hab ich auch schon anderes erlebt...:))...) oder einfach daran, dass ich jeden abend todmuede und voll von erlebtem bin.

langeweile ist ein fremdwort hier - die tage sind von morgens bis abends ausgefuellt. neben der schule, die mich jeweils am nachmittag von 14-18 uhr beschaeftigt, bin ich viel unterwegs. froh um meine guten schuhe erkunde ich die millionenstadt zu fuss, entdecke versteckte winkel, gemuetliche café-bars (von denen es eine unmenge gibt - que alegría...), pastelerias mit noch mehr und noch gluschtigeren facturas in den schaufenstern als diejenige zuvor (dass die porteños sooo suesse sind, hab ich nicht gewusst... - es kommen neben den fleisch-liebhaber auch alle schleckmaeuler auf ihre kosten!), gruene parks, museen und all die sehenswuerdigkeiten, die buenos aires zu bieten hat. ja, und peluquerias, natuerlich - tausende!!!:))




IGLESIA DE NUESTRA SEÑORA DEL PILAR

auf meiner allerersten erkundungstour durch recoleta (mi barrio) bin ich per zufall in dieser kirche gelandet. gerade rechtzeitig, um der sonntaeglichen messe beizuwohnen. verstanden hab ich zwar nicht wirklichn viel - mein vocabular ist (noch) nicht so heilig... - aber die musik... wunderschoen!!!



PUERTO MADERO

...eine mischung zwischen hamburg und barcelona - das neuste der 48 offiziellen barrios von buenos aires. die weisse bruecke ist die "puente de la mujer"...



CASA ROSADA

ab dem 10. dezember wird hier die neue praesidentin argentiniens regieren. ich teste schon mal den ort fuer sie... und...




...ja, fuehlt sich gut an:))



CEMENTERIO DE LA RECOLETA

der beruehmte friedhof, auf welchem evita jahre nach ihrem tod ihre letzte ruhe fand. ihr grab - belagert von touristen - ist meiner meinung nach bei weitem nicht das schoenste - dieses hier gehoerte zu meinen favoriten...


CEMENTERIO DE LA RECOLETA



mit meiner unterkunft bin ich nach wie vor zufrieden. ich fuehle mich wohl und hab mein eigenes zimmer, in das ich mich zurueckziehen kann - das geniesse ich sehr, wohlwissend, dass dies in den naechsten paar wochen eher nicht mehr der fall sein wird...



MI FAMILIA ARGENTINA

(mit belén, silvia und torkel, meinem norwegischen gastbruder)



das essen. mmh! dass empanadas eine argentinische spezialitaet sind, hab ich erst hier herausgefunden. und somit ist auch relativ klar, von was sich vegetarier/innen hier ohne problem monatelang ernaehren koennen - weil die empanadas, die verleiden nicht. da bin ich sicher:)) sie gehoeren definitiv zu meinen bisherigen top 10 - die jedoch laufend wechseln, ergaenzt und wohl bis ende der reise auf top "n" erweitert werden...:)) wobei - ich glaube, empanadas und dulce de leche haben ihren stammplatz bereits auf sicher...



FACTURA:))


ja, und natuerlich - fleisch. argentinien ohne eine richtige parrilla geht nicht. das waer wie buenos aires ohne tango. ebenfalls undenkbar. bloss - eine parrilla ist nichts fuer heikle maegen, denn sie besteht aus allen denk- und undenkbaren stuecken fleisch - solchen von innen und aussen und oben und unten... und so ganz genau moechte ich eigentlich gar nicht wissen, was ich da nun wirklich gegessen habe...



LA PARRILLA

...diese parrilla war fuer 2 personen - wir waren zu dritt und haben nur die haelfte geschafft! (neben mir strahlt barbara in die kamera)

es geht mir gut in buenos aires. es gefaellt mir sehr - die stadt, das leben, das sommerwetter, die porteños (hehe...), das mich-treiben-lassen, das geniessen und tun und lassen, zu was ich gerade lust hab. noch eine woche schule steht mir bevor - mit 4h privatlektionen pro tag. das wird intensiv und streng - aber ich freu mich darauf, nochmals so richtig zu profitieren.



...und danach gehts weiter - weiter, in den norden:))