Sonntag, 11. November 2007

...und dann bin ich ploetzlich hier...

...hier in buenos aires...

meine reise war lang, aber gut. verglichen mit den letzten tagen in der schweiz sogar beinahe entspannend - das abschiednehmen hat doch mehr an meiner substanz gezehrt als zuerst geglaubt... mit jedem kilometer, den mich die swiss meinem ziel naeher brachte, mit jeder stunde, die hoch ueber den wolken verstrich, desto ruhiger wurde ich.

argentinien. endlich!

dass ich die "hora suiza" hinter mir gelassen hatte, bemerkte ich zum ersten mal in sao paolo. die zeit wurde aufgrund der verspaetung von zuerich her knapp. 45 minuten mussten reichen, um das terminal zu wechseln, bei tam einzuchecken und mich am richtigen gate einzufinden. ich hab schon damit gerechnet, meinen namen in den lautsprechern zu hoeren - "last call for miss bleuel"... aber - ich war in brasilien... und da haette ich mir noch 1.5 stunden laenger zeit nehmen koennen... so lange standen wir naemlich noch am boden. als die starterlaubnis dann endlich erteilt wurde, jauchzte der pilot ins mikrophon - und ich hoffte still vor mich hin, dass sein flugstil etwas weniger impulsiv sein wuerde... das war er und er hielt sein temperament im griff - bis kurz nach der landung. "bienveniiiiiidos en mi buenos aires querido" - schrie er ins mikrophon und vor meinem inneren auge sah ich ihn strahlen im cockpit sitzen. die freude ist verstaendlich - der landeanflug auf die stadt gigantisch. und, eben - buenos aires...

meinem taxi-chauffeur war ich dankbar, dass er mich fuer eine der vielen sprach-studis hielt, die neben "hola", "cerveca" und "gracias" kein wort spanisch sprechen. so konnte ich die fahrt vom flughafen zu meiner unterkunft in aller ruhe geniessen. konnte ankommen, so richtig, fuer mich alleine. sein erstauntes "¡¿hablas español?!" als ich mich fuer den service bedankte, quittierte ich mit einem grinsenden nicken.

...und dann bin ich ploetzlich hier, hier in buenos aires...

der empfang in meiner unterkunft war herzlich - nicht nur die drei pudels (naja - unter hunden hab ich mir eigentlich was anderes vorgstellt...) hiessen mich willkommen, sondern auch die beiden anderen ladies - silvia und ihre tochter, belén. ich fuehlte mich wohl, vom ersten moment an. offensichtlich hab ich ein weiteres mal glueck mit meiner gast-familie.

heute sonntag dann - endlich - stuerzte ich mich in das leben hier. testete café con leche con medialunas, kaufte mir eine der vielen zeitungen und tauchte ein. liess mich treiben und mitreissen, saugte die sonntaegliche atmosphaere auf, staunte, freute mich und lief kilometerweit durch die stadt. und - obschon es erst ein bruchteil ist, von dem, was buenos aires ausmacht - ich weiss schon jetzt, dass meine vorfreude, dass dieses gefuehl in meinem bauch nicht enttaeuscht werden wird. dass es mir hier gefallen wird. dass es eine grosse zeit werden wird.

noch immer bin ich etwas muede von der langen reise, noch immer erst am realisieren, dass ich wirklich angekommen bin, in dieser stadt, die mir schon so lange keine ruhe mehr laesst...

...und dann bin ich ploetzlich hier, hier in buenos aires!!!

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