Mittwoch, 12. März 2008

...buena onda...

mehr als einmal haben mich in den vergangenen 4 monaten natur und menschen in argentinien sprachlos gemacht und in staunen versetzt. mehr als einmal hat mich die unglaubliche vielfalt dieses landes verzaubert und fasziniert. und auch nach 4 monaten schafft es argentina noch, mich von neuem zu ueberraschen...


...ein schild bei den cataratas...



ich hab mir die cataratas del iguazú zum abschluss meiner reise aufgehoben. als einer der hoehepunkte am schluss, sozusagen. neben dem glaciar perito moreno in patagonien, den salinas grandes in salta und dem aconcagua in mendoza sollten die wasserfaelle im nordosten argentiniens zu einem der naturspektakel werden, das mir vor augen gefuehrt hat, wie klein doch wir menschen daneben sind... und wie gross, einmalig und wunderschoen das, was die natur hier in argentinien unter anderem zu bieten hat!




la vista panoramica del lado brasileño


meine erwartungen an die cataratas waren gross. schliesslich wurde ich praktisch von allen einheimischen beim kennenlernen gefragt, ob ich denn schon in iguazú gewesen sei. eine reise in argentinien ohne den besuch der cataratas ist beinahe undenkbar. die cataratas del iguazù, die seit den 80er jahren zum UNESCO-welterbe gehoeren, bestehen aus 270 einzelnen faellen ueber einer ausdehnung von 2.7 kilometern. einige der wasserfaelle sind bis zu 82 meter hoch. der bekannteste dieser wasserfaelle ist die garganta del diablo, der teufelsrachen: 150 meter breit und 700 meter tief ist die schlucht, in welche die wassermassen hinunterstuerzen.

doch - sie wollten verdient sein, die tosenden wasser im nordosten argentiniens... und so brauchte ich ganze 2 anlaeufe, bis ich mich schlussendlich staunend und pflotschnass vor, neben und in den wasserfaellen wiederfand...



lado brasileño

nach meinen 3 wochen in córdoba nahm ich schweren herzens abschied von dieser mir lieb gewordenen stadt und all den menschen, die mir das leben im zentrum argentiniens versuesst haben. dass auch dieser zweite abschied nicht der letzte meiner reise gewesen war, ahnte ich damals noch nicht... ich nahm also abschied und fuhr nach posadas, der hauptstadt der provinz misiones im nordosten des landes. die provinz misiones wurde nach den missionen der jesuiten benannt, die sich im 17. jahrhundert in dieser region niedergelassen haben. mittlerweilen gehoeren diese sogenannten jesuitenreduktionen ebenfalls zum UNESCO-welterbe und lassen sich an diversen orten bestaunen. zumindest eine solche mission wollte ich mir vor der weiterreise nach puerto iguazú anschauen. doch - meine plaene sollten sich aendern...




san ignacio mini, misiones


seit ein paar wochen sind in paraguay zum ersten mal seit ueber 40 jahren faelle des gefaehrlichen gelbfiebers aufgetaucht. mittlerweilen hat sich die muecke, die diese krankheit uebertraegt, in richtung argentinien vorgewagt - in paraguay sind in der zwischenzeit 8 menschen gestorben und hunderte unter beobachtung. argentinien hat bisher noch keine todesopfer zu beklagen, verdachtsfaelle jedoch ebenfalls knapp 10.

die impfseren in paraguay wurden schon vor wochen knapp - die paraguayanos reisen scharenweise nach argentinien, um die fuer sie wichtige impfung doch noch zu erhalten. in den grenzregionen der beiden laender, in der ganzen provinz misiones und in vielen anderen staedten argentiniens wird die bevoelkerung breitflaechig geimpft, eine reise zu den cataratas wird nur mit entsprechender impfung empfohlen - ich hatte sie nicht... noch nicht!



las cataratas del lago argentino


anstelle der ruinen der jesuitenmissionen wohnte ich einem anderen fuer mich einmaligen erlebnis bei... einem erlebnis, das ich so schnell nicht mehr vergessen werde: ich stellte mich am busbahnhof von posadas in die lange schlange der wartenden, um mir ebenfalls die impfung verpassen zu lassen... schlange stehen fuer eine impfung musste ich bisher noch nie - und die atmosphaere war auch etwas anders als in den sterilen arztpraxen zuhause...:))





anstehen fuer die impfung am busbahnhof in posadas


frisch geimpft packte ich daraufhin meine sieben sachen und reiste zurueck nach buenos aires, um dem impfstoff die 10 tage zu geben, die er benoetigt, um zu wirken.

die woche in buenos aires verging wie im flug. ich lief zwar etwas auf sparflamme - die nebenwirkungen des lebendimpfstoffs machten mir ein bisschen zu schaffen... - aber ich genoss das wiedersehen mit der stadt und meinen leuten hier sehr. ich liess mich treiben von den tagen hier, genoss cafés in den strassen des barrios, besuchte museen, ging shoppen, johlte mit an einem fussballmatch (ja, ja, tatsaechlich... - aguante ferro!!!), ging mit meinen leuten essen - und eh ich michs versah, sass ich abermals im bus in richtung posadas.



lado argentino


und dieses mal sollte es klappen. die misiones jesuiticas de san ignacio mini besuchte ich unter der drueckenden hitze der region, bestaunte die gut erhaltenen mauern und das feuerrot der erde - einmal mehr ein voellig anderes bild argentiniens. die beruehmte rote erde der provinz neben dem dichten gruen des urwaldes - ein bild, das ich nicht so schnell vergessen werde. die vielfalt dieses landes ist einmalig...



cerca de wanda, misiones


noch am selben tag reiste ich weiter, die 6 stunden richtung puerto iguazú am nordoestlichsten zipfel argentiniens. wiedermal wollte es der zufall, dass ich ganz vorne im bus sass und somit von den beiden chauffeuren mit mate und chipà - einem gebaeck aus maniok-mehl, typisch fuer die region - versorgt wurde:)) 6 stunden busfahrt ist in meinen dimensionen hier ein katzensprung - und so fuehlte es sich auch an. spaetabends kam ich in puerto iguazú an, suchte mir ein hostel und nahm das erstbeste - ein bett war noch frei...

fuer einmal sollte sich das erstbeste als gluecksgriff herausstellen...




lado argentino

die folgenden tage in puerto iguazú waren paradiesisch - da hat es jemand wirklich gut mit mir gemeint... das wetter - perfekt! kein tag ohne sonne, der himmel strahlend blau, die temperatur um 40 grad. das hostel - traumhaft! klein aber fein, mit schwimmbad im garten, gesaeumt von palmen. limetten direkt ab baum. mit einer bar, ebenfalls im patio - ein kleines holzhuettchen mit haengematte und sicht auf den pool. die anderen mochileros im hostel - muy buena onda! die abende verbrachten wir meist alle zusammen, kochend und mit einem dieser unglaublich guten rotweine argentiniens und mit spannenden gespraechen. es waren alle mehr oder weniger im selben alter, viele allein unterwegs - ein bisschen kam es mir vor wie in einem pano, hihi...

ein gluecksgriff, damals spaet abends, beim erstbesten hostel...:))


la garganta del diablo


und dann - endlich. die cataratas del iguazú. ESPECTACULAR!!! staunend verbrachte ich stunden und tage im nationalpark. erst auf der brasilianischen seite - die panoramasicht auf die argentinische seite des parks ist phantastisch! tagsdarauf sah ich mir die cataratas von naeher an - dies ist auf der argentinischen seite moeglich. oftmals konnte man so nahe ans wasser ran, dass man sein eigenes wort nicht mehr verstanden hat... und natuerlich liess ich mir auch die bootsfahrt unter (ja, unter...) die wasserfaelle nicht nehmen... es war absolut gigantisch!!!

nur einmal wars mir etwas mulmig zumute... wiederum in einem gummiboot, diesmal auf einem ruhigen nebenarm des flusses. da haben wir doch erst vor ca. 50m einen aligatoren gesehen, doesend am ufer liegen - und dann fragt uns der guía, ob wir schwimmen wollen...:)) nun gut - der guía war so schoen, ich musste ihm einfach vertrauen, hehe...:)) und so bin ich reingesprungen, ins angenehm kuehle wasser... und dem aligator wars wohl schlicht zu heiss zum baden...


mein freund, der aligator...

meine erwartungen waren gross, an die cataratas del iguazú. und - sie wurden uebertroffen. so gigantisch und beeindruckend, so wunderschoen und faszinierend hab ichs mir nicht vorgestellt. ja, es ist ein must einer argentinienreise. tatsaechlich.



willkommene abkuehlung - mit abenteuerfaktor...



seit letztem sonntag bin ich nun wieder in buenos aires. puerto iguazú und das hostel hab ich ungern verlassen - aber auch all die anderen sind weitergezogen und die leute machen ja bekanntlich oftmals den ort aus, an dem man ist... wiederum bin ich zurueck gekehrt, nach buenos aires.

und - ich wohne wieder bei silvia und belén, in meinem zimmer, wo ich den november verbracht hab. es war schoen, heimzukommen. und es ist schoen, ein zuhause zu haben. der kreis hat sich somit geschlossen. ich bin wieder in buenos aires.


habt ihr das gewusst???

bloss - eine kleine schlaufe mach ich noch: meine cordobeser haben mich eingeladen, die ostertage bei und mit ihnen auf dem campo zu verbringen... mit asado und vielen verwandten, borracho ("meinem" pferd) und viel ruhe, dem kleinen fluesslein in der naehe und dieser wunderschoenen alten finca... claro que me voy:))

2 Kommentare:

sarita hat gesagt…

liebe selina

schoen, dass es dir so gut geht. ja die wasserfaelle sind wirklich espectacular!
ich bin gerade in kolumbien, wo's auch wunderschoen ist. manchmal fast wie in der schweiz :-) wueerde dir bestimmt auch gefallen.
wann gehst du eigentlich wieder nach bern?
muuuchooooos saludos de colombia a argentina
sarah

Blacksun hat gesagt…

Wow, ein interessanter Post! Ich bin gerade auf der Suche nach einer 2-wöchigen Reise nach Iguacu, jedoch nicht über Rio und bin bisher gescheitert. Wie kann man dorthin am schnellsten aus Deutschland organisiert anreisen? ;-)