...gekennzeichnet vom staendigen wind...
die vergangenen 14 tage fuehlen sich nach mehr an - obschon sie vorueberflitzten, wie der wind auch. sie waren intensiv, ausgefuellt und dank des sued-sommers viel laenger als gewohnt. bis spaetabends scheint die sonne - muede wird man nicht und kann somit den tag ausnutzen, bis der naechste anbricht. und das haben wir auch getan, die letzten 14 tage!
...irgendwo, unterwegs, in patagonien...
die abreise von san martín de los andes liegt gefuehlsmaessig schon monate zurueck. und die reise vom norden in den sueden, vom sommer beinahe in den winter, war eines dieser erlebnisse, die man nie mehr vergisst! eines der highlights der gemeinsamen zeit von claudia und mir, ein praegendes und eines, das uns wohl noch jahre spaeter strahlen laesst...
bajo caracoles - zwischenstopp auf der ruta 40
ein guanaco auf der ruta 40
eine weite, die man an einem stueck erleben muss, um sie zu begreifen. in ihrer ganzen dimension. und so entschieden wir uns spontan, nicht - wie zuerst beabsichtigt - einen zwischenstopp einzulegen. wir beschlossen, die ruta 40 in einem stueck zurueck zu legen, direkt von bariloche nach el chaltén. und keine von uns haette sich vorher ertraeumt, dass diese 34 stunden am stueck im holprigen bus alles andere als anstrengend oder langweilig werden wuerdcn. im gegenteil. wir haben sie genossen. sie waren faszinierend und der huehnerhautfaktor war hoch.
mate-runde mit den chauffeuren
als wir dann um 3.30 uhr fruehmorgens in el chaltén angekommen sind, waren wir aber trotzdem froh um unser komfortables 2er-zimmer mit privatem bad und legten uns - nach 2 naechten im bus - gerne ins weiche bett!
el chaltén
el chaltén ist wohl eines der juengsten dorflein in argentinien. es wurde 1986 gegruendet, hauptsaechlich deshalb, um den chilenen beim besiedeln dieses abgelegenen gebietes zuvorzukommen. die argentinier hatten eine gute nase, damals - el chaltén boomt. im sommer reisen tausende wander- und kletterfreudige touristen aus aller welt an diesen flecken erde, wo es bisher weder natelempfang noch eine aktuelle tageszeitung gibt.
was fuer den tourismus und das gesamte dorf wirtschahtlich gut ist, bringt natuerlich auch seine schattenseiten mit sich: es wird gebaut wie wild, neue haeuser spriessen unkontrolliert aus dem boden und lassen das heute so charmante doerflein in einigen jahren wohl zu einem touri-center mehr wachsen... bereits jetzt werden die ersten naturstrassen geteert und wenn das grossprojekt der regierung abgeschlossen ist, das vorsieht, die gesamte ruta 40 zu teeren und somit fuer die touristen bequemer zugaenglich zu machen, dann wird eine reise nach el chaltén nicht mehr dieselbe sein.
was sich jedoch auch dann nicht aendern wird, ist die attraktion el chalténs - die berge! mit den beiden spektakulaeren gipfeln des fiz roy und des cerro torre finden sich um el chaltén DIE gipfel der argentinischen teils von patagonien. nicht unbedingt durch ihre hoehe, mehr aber durch die formation vermoegen sie zu verzaubern - sofern man sie denn zu gesicht bekommt...
links der cerro torre, rechts die gipfel des fiz roy
patagonien hat uns mit dem fuer diese region so typischen wetter empfangen. wind und regen, sonne und blauer himmel - von allem gab es etwas. wirklich schoen war es jedoch nicht und so mussten wir unsere erste wanderung unverrichteter dinge vor der mitte schon abbrechen und - pflotschnass und durchfroren - den rueckweg antreten. beim 2. versuch unserer gebuchten tour zum glaciar torre, inkl. trekking auf ebendiesem, waren wir erfolgreich. liess uns das schlechte wetter den 1. versuch bereits im dorf, morgens um 7 uhr, wieder abbrechen und schnurstracks zurueck ins warme bett fluechten, so meinte es das wetter am folgenden tag besser. und - tatsaechlich - nach etwas startschwierigkeiten zeigte sich uns der cerro torre dann auch in seiner ganzen pracht. und das trekking auf dem gletscher war vor dieser kulisse nochmals eindruecklicher als sonst schon...
auf dem glaciar torre
3 stunden spazierten wir auf diesem eisgiganten herum, bestaunten gletscherspalten, hoerten das eis krachen - und hatten zum abschluss gar die moeglichkeit, uns als eiskletterer zu probieren... ja, auch ich wagte die herausforderung - die sich schlussendlich als einer meiner persoenlichen fortschritte herausstellen sollte...
...wer haette das gedacht...?!
nach dieser eindruecklichen 10-stunden-wanderung bei schlussendlich bestem wetter nahmen wirs am folgenden tag gelassen, dass sich el chaltén am morgen unserer abreise mit strahlendstem wetter von uns verabschiedete... so haben wri den fiz roy wenigstens aus der ferne doch noch gesehen!
perito moreno
der perito und ich...
und genauso abenteuerlich wie sich das ziel anhoert, so war auch die reise dahin. argentinische busfahrplaene sind speziell - so fanden wir uns morgens um 3 uhr gaehnend vor dem bus wieder, der uns die strecke suedwaerts bringen sollte, via rio gallegos, nach ushuaia. und die ankunft in ushuaia, der suedlichsten stadt der welt, am beagle-kanal, die will verdient sein. ganze 4 stempel gabs in unsere paesse - die grenzziehung im sueden des kontinents liess uns argentinien fuer kurze zeit verlassen und einige stunden auf chilenischem boden verbringen. dort ueberquerten wir auch die magellan-strasse - und fuehlten uns enorm historisch!
die schafe und ich auf der estrecho de magellanes...
ushuaia in der abendsonne - um 22 uhr
al cumbre del cerro guanaco - der beagle-kanal im hintergrund
...wintergefuehle...
1 Kommentare:
Liebe Selina,
Das sind wunderschöne Bilder und Beschreibungen deiner Reise!! Lassen grad das Fernweh aufkommen...zum Glück geniesse ich auch gerade ein paar sonnige Tag in der verschneiten Lenzerheide, der gefrorene Heidsee erinnert gaaaaaaaaaanz entfernt an Patagonien;-)
Weiterhin eine atemberaubend schöne Reise und liebe Grüsse aus den Schweizer Alpen,
Simone H.
Kommentar veröffentlichen