Donnerstag, 3. Januar 2008

...hasta el sur...

wenn ich hier auf die strasse blicke, komme ich mir fast ein wenig vor wie zuhause. in einem ferienort, irgendwo in den alpen. san martín de los andes erinnert mit seiner flaniermeile, den schoggi-laeden (deren angebot das schweizerische an kreativitaet und - ja, tatsaechlich - an geschmack uebertrifft), den bergen, dem see und der ferienstimmung sehr an unsere berge. deswegen fuehlte ich mich hier wohl auch vom ersten moment an so wohl, so ruhig.



playa en san martín de los andes -
tomando mate como los argentinos:))

seit silvester sind wir hier, in diesem 22'000 seelenort, inmitten der berge, nahe der chilenischen grenze. man koennte sich daran gewoehnen, an das leben hier - und hier ski zu fahren, im winter, muss genial sein. wer weiss...

am 24. dezember kam claudia in buenos aires an. rechtzeitig zur nochebuena, rechtzeitig fuer die festtage, die ich zum ersten mal nicht zuhause und bei ungewohnt hohen weihnachts-temperaturen verbracht habe. entsprechend speziell war dann auch unser programm am heiligabend - die weihnachtsmesse in der kirche fand unter freiem himmel statt und auch das anschliessende abendessen konnten wir draussen geniessen. que raro... doch nicht nur das wetter liess uns eine neue weihnachtsstimmung spueren, auch die art und weise, wie gefeiert wurde... um mitternacht des 24. dezembers wird unter lautem gejohle, geklatsche, viel feuerwerk und fanfaren auf die weihnacht angestossen. mit farbigen papierhueten, masken und allerlei sonstigem fasnachts-material. natuerlich haben wir mitgefeiert, mitgetanzt und mit-angestossen:))


tigre - con las edificios de buenos aires atràs

den weihnachtstag verbrachten wir in tigre, dem naherholungsgebiet der porteños im norden der stadt. die zugfahrt dorthin dauert knapp 1 stunde und fuehrt die passagiere ins tigredelta, das delta des rio de la plata. bei einer bootsfahrt ueber die verwinkelten arme des flusses konnten wir uns von der anstrengenden nochebuena erholen und die ruhe ausserhalb der stadt geniessen. denn die verbleibenden tage in buenos aires stuerzten wir uns ins stadtleben und liefen einmal mehr die sohlen unserer schuhe wund...



en el autobús hasta viedma - la vista panoramica:))

die naechste etappe meiner und die erste etappe unserer gemeinsamen reise konnte ich kaum erwarten. sei letztem sommer spukt mir bereits die idee im kopf herum, die idee dieser route, die idee, mit dem tren patagonico quer durch das land zu reisen.

el tren patagonico. der zug, der viedma an der kueste mit san carlos de bariloche in den bergen verbindet. dieser zug, dem der mythos der freiheit, der unendlichen weiten patagoniens anhaftet, der zug, in dem man sich automatisch als entdecker fuehlt, als abenteurer, zurueckversetzt in alte zeiten. wochen zuvor schon hatte ich fuer uns zwei eine kabine reserviert. und so fuehrte uns unsere erste gemeinsame busfahrt von buenos aires quer durch die pampa suedwarts nach viedma, in eine kleine, verschlafene provinzstadt am rio negro, von wo uns der zug am selben abend noch in den westen haette bringen sollen. haette bringen sollen. eine absichtlich gewaehlte zeitform...:))



esperando en viedma, a las 4.30 horas de la mañana...

gluecklicherweise war uns die abfahrtszeit des zuges nicht genau bekannt und wir mussten beim bahnhof vorbei, um diese in erfahrung zu bringen. einmal dort, konnte nach langem suchen unsere reservation doch noch aufgetrieben werden:)) zudem wurde uns mitgeteilt, dass der zug nicht wie erwartet um 17 uhr am abend, sondern wohl eher gegen 20 uhr losfahren werde. technische probleme. egal, dachten wir - was sind schon 3 stunden...

nun - aus diesen 3 wurden schlussendlich 12...:)) der zug war offensichtlich dermassen kaputt, dass der ersatzwagen aus bariloche anreisen musste - quer durch das ganze land... und so hiess es nochmals einchecken im hotel, schlafen und um 2 uhr morgens an den bahnhof schlafwandeln - in der hoffnung der zug koenne um 3 uhr losfahren... ein bisschen kam ich mir vor wie nach einem pfadilager, an diesem fruehen morgen am bahnhof... ueberall sassen, lagen oder standen menschen, schwer bepackt mit rucksack, taschen und saecken. halb schlafend, mate trinkend oder vor sich hin traeumend. geduld hat man hier - wie schoen, trotz solcher verspaetungen keine veraergerten minen zu sehen... auch wir nahmens gelassen - und um 5 uhr, als wir dann
einsteigen konnten, waren wir froh um unsere 2er-kabine, die uns doch noch einige stunden schlaf erlaubte.



en el tren patagónico

doch - die warterei hat sich gelohnt... mehr als das - die 17-stuendige reise mit dem tren patagonico war etwas vom genialsten, was ich bisher erlebt habe. diese unendliche weite - man kann es sich nicht vorstellen, wenn man es nicht selber gesehen hat... stundenlang nichts als trockene, braune erde, buesche, ab und zu ein skelett eines tieres nahe der geleise. und alle paar 100 kilometer ein pueblito... wir haben die reise mehr als genossen! die weite tat gut... eine schoenheit, die einzigartig ist. patagonien... und wir, mittendrin. mitten in argentinos, ebenfalls ausgeruestet mit mate und termo - was fuer eine reise!



cerro campanario, bariloche - que viento fuerte!!!

nach dieser ruhe, dieser befreienden stunden im zug war bariloche fuer mich zuviel des guten. zu viele menschen, zu viele touristen, zu viel laerm, zu viel aktivitaet. nur einen tag blieben wir in diesem touristenort inmitten der englischsprechenden backpackers, und reisten am naechsten tag weiter, in den norden, nach san martín de los andes.



playa en san martín de los andes

und hier haben wir nun die letzten 4 tage verbracht. in einem kleinen, sympathischen hostel mit lauter argentinos y argentinas. viiiel besser:)) einmal mehr haben wir tolle menschen kennen gelernt und uns unter den einheimischen mehr als wohl gefuehlt! san martín hat viel zu bieten fuer aktive besucher/innen - wandern, biken, auf dem see paddeln, an der playa die sonne geniessen, kaefelen - wir habens ausgekostet und sehr genossen.


un mirador en san martín de los andes

und - natuerlich - silvester gefeiert:)) año nuevo à la argentina... mit einem asado im garten des hostals, mit vino und viel, viel guter stimmung.



el asado del año nuevo - carne argentinaaaaa

dass es erst dieses jahr was zu essen gab war ebenso argentinisch wie das ausgehen anschliessend, um 3 uhr morgens... doch es war nicht viel zu machen in der stadt - diese lag im dunklen - total-stromausfall. also zogen wir weiter, an den strand, wo sich die menschen versammelt hatten, um feuer standen, tanzten, sangen, musik machen - das neue jahr begruessten. dies alles unter einem sternenhimmel, der alles bisherige uebertrifft und dessen sternschnuppen dem 2008 zu einem guten start verholfen haben. ein schoenes silvester - speziell und unvergesslich!!!



feliz año nuevo:)))

heute reisen wir weiter. via bariloche gehts in den sueden, richtung el chaltén. der ruta 40 entlang, dieser strasse, die weder alphaltiert noch sonst besonders gut in stand gehalten wird und die bis in den sueden, bis nach ushuaia fuehrt. eine lange reise steht uns bevor - der erste zwischenhalt wird uns nach ca. 17 stunden nach porito moreno bringen (nicht zum gletscher - zum dorf mit dem selben namen). dort werden wir uns eine nacht in einem hostal goennen und danach die zweite etappe unter die sitzbeinhoecker nehmen. die etappe nach el chaltén. in den sueden.

verabschiedet von unseren amigos y amigas im hostal haben wir uns gestern abend - es gab chnoepfli und ghackets:))

chnoepfli???

einmal mehr heisst es nun rucksaecke packen, adressen austauschen und sich verabschieden - einige wird man wieder treffen, andere in erinnerung behalten. in guter erinnerung!

2 Kommentare:

Irina hat gesagt…

der anblick der neujahrs-asado-platte liess mich schmunzeln und ich habe mich gefragt, ob dir auch die prallen blutwürste gemundet haben... grüessli mam

Leo hat gesagt…

No sé escribir en tu idioma, pero quería pasar a dejarte mis saludos. Soy Leo, nos conocimos en Rukalhué en San Martín de los Andes. Espero que sigas hablando el carloidioma como buena caríglota que eres.